„Carrousel de Sanssouci“ : Barocke Pferdeschau am Neuen Palais Potsdam

Pferd und Mensch zeigen das Musikspiel „Carrousel de Sanssouci“, das an ein königliches Berliner Spektakel erinnert. Die Choreographie ist aus alten Dokumenten rekonstruiert worden.

Wie der Herr, so’s Gescherr. Preußenkönig Friedrich II. veranstaltete vor mehr als 250 Jahren ein Reitspektakel. Jetzt ist die Neusinszenierung vor dem Neuen Palais in Potsdam zu sehen.
Wie der Herr, so’s Gescherr. Preußenkönig Friedrich II. veranstaltete vor mehr als 250 Jahren ein Reitspektakel. Jetzt ist die...Foto: dpa

Potsdam - Die Straußenfedern an den Hüten wippen im Galopp der Pferde rhythmisch zur Begleitmusik. Stolze Reiter präsentieren sich dem Publikum und bringen ihre Tiere zu einem Rundlauf auf dem Schauplatz unterhalb des Neuen Palais in Potsdam zusammen. Pferd und Mensch zeigen das „Carrousel de Sanssouci“, eine Sequenz aus dem gleichnamigen historischen Schauspiel. Das Spektakel ist einer barocken Pferdeschau nachempfunden, die der Preußenkönig Friedrich II. im Jahr 1750 in Berlin aufführen ließ – Donnerstagabend stand die Premiere in Potsdam auf dem Programm.

Das Spektakel aus Musik, Ballett und Reitkunst diente zur Präsentation von Friedrichs militärischer Stärke und der Darstellung der höfischen Pracht. Die Nacherzählung wird in der Potsdamer Inszenierung in zwei ineinanderlaufenden Ebenen gezeigt. Zum einen sind die Besucher im Schlossgarten Beobachter der höfischen Elite, die von einer Tribüne aus das Schauspiel verfolgt. Die Betrachtung der Pferdeschau bildet die zweite Ebene. Hier stehen Reitkunst und militärische Präsentation im Mittelpunkt. In Anlehnung an die von den barocken Herrschern verehrte Antike sind die Gruppen als Römer, Griechen, Perser und Karthager kostümiert.

Die Choreografie für die rund 20 Pferde ist aus alten Dokumenten rekonstruiert worden. Kostüme der Reiter und der Schmuck der Tiere sind nach detaillierten Aquarellen des Karussells von 1750 entstanden. Die Bilder fanden sich im Nationalmuseum in Stockholm – wahrscheinlich ließ der König die Bilder seiner Schwester Luise Ulrike schicken. Sie hatte das Spektakel verpasst. (dapd)

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