Der Tagesspiegel :   UNTERM  ADLER  

Thorsten Metzner über Ex-Minister und neue Hausnummern

255747_0_d8bdeca3.jpeg
Krause

Er handelte mit Helmut Kohl den Einigungsvertrag aus. Er war Anfang der 90er Jahre Bundesverkehrsminister, ehe er über Affären stürzte und Ärger mit der Strafjustiz bekam: Nun entdeckt Günther Krause, Ex-CDU-Politiker, Brandenburg. In Kirchmöser ließ er sich zum Präsidenten eines Bahn-Netzwerkes zur Förderung der ortsansässigen Schienenindustrie wählen. Und im an Einwohnerschwund leidenden Wittenberge gründete Krause voriges Jahr eine private Fachhochschule mit dem Namen: „Preußische Akademie für Zukunftsentwicklung“. Die Bildungsstätte mit dem illustren Gründungsrektor hat zwar, wie Forschungsministerin Johanna Wanka auf eine kleine SPD-Anfrage mitteilte, noch gar keine Studenten, aber bereits einen Antrag auf staatliche Anerkennung gestellt. Ob Krauses Preußen-Akademie die Kriterien erfüllt, könne noch nicht eingeschätzt werden, so Wanka. Mal sehen, wie sich die Ministerin und CDU-Chefin, die dem Vernehmen nach nicht viel von den Plänen des Parteifreundes hält, da aus der Affäre zieht.

Das Schreiben der Stadtverwaltung, das Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) jetzt auf den Tisch bekam, löste große Begeisterung aus: Potsdam teilte dem Parlament die Hausnummer für ein neu „zu errichtendes Anwesen“ zu – nämlich für das Landtagsgebäude, das samt Stadtschlossfassade bis 2012 errichtet werden soll. Zwar ist noch nicht mal der Grundstein gelegt, doch die Adresse gilt laut Potsdamer Verfügung schon jetzt. Sie lautet: „Alter Markt 1, 14467 Potsdam“ und zwar „für den offiziellen Zugang durch das Fortunaportal“. Brandenburgs Parlament hat wie jeder andere Eigentümerpflichten zu erfüllen: „Wir bitten Sie, die Hausnummern entsprechend den Regelungen in §6 der Stadtordnung vom 4.6.2003 gut sichtbar anzubringen.“ Fritsch regt an, auch gleich einen Briefkasten an das Fortunaportal zu schrauben.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben