Der Tagesspiegel : 10. Ein Mann, der Fernweh hatte

"Der Dunst der Schulstube widert mich an, meine Freunde sind nicht bei mir, meine Wissenschaft lässt mich im Stich", schrieb der Gesuchte, als er sich wieder einmal von seiner geliebten Feldforschung verabschieden und in Deutschland ein Auskommen als Lehrer suchen musste. Zwei Jahre später durfte er wieder zu seinen Forschungen aufbrechen, die für ihn dann äußerst erfolgreich verlaufen sollten. Seine von ihm entwickelten Methoden bereicherten die Wissenschaft und sind noch bis heute richtungsweisend für eine Wissenschaft, die lange im Ruf stand, nur nach Kunstschätzen zu forschen. Unser Mann erkannte aber den Wert der Architektur für das Wissen um die Vergangenheit. Ihm hat Berlin dank seiner Arbeit auch sehr viel zu verdanken.
Sein Vater war ein Zollbeamter, sein Onkel Polarforscher, der Gesuchte selbst fühlte sich nach dem Abitur zum Baufach hingezogen. Seine erste Forschungsreise unternahm er mit einem amerikanischen Forscher, sein zeichnerisches Talent war gefragt. Später sollte sich auch der Herrscher des Landes für seine Arbeit interessieren und sie fördern. Sein Tun in dem damals noch nicht unabhängigen Land war sensationell, ein Krieg verhinderte aber schließlich die Fortführung seiner Forschungen. Und zwei moderne Kriege vereitelten abermals, die einst von ihm angefangene Arbeit fortzusetzen. Er starb mit 69 Jahren in Berlin.

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