11. September 2001 : CIA-Bericht wirft Ex-Chef Versagen vor

In einem internen Bericht werden dem früheren CIA-Direktor George Tenet schwere Versäumnisse im Kampf gegen den Terrorismus im Vorfeld der Anschläge vom 11. September 2001 vorgeworfen. Tenet könnte nun zur Verantwortung gezogen werden.

Washington "Die Agentur und ihre Mitarbeiter haben ihre Verantwortlichkeiten nicht in befriedigender Art und Weise erfüllt", heißt es in dem bereits 2005 erstellten aber bislang geheimen Dokument des CIA-Generalinspekteurs, das am Dienstagabend (Ortszeit) veröffentlicht wurde. In dem Bericht wird empfohlen, Tenet und andere Führungskräfte der CIA aus jener Zeit für ihr Versagen zur Verantwortung zu ziehen. In einer ersten Reaktion bezeichnete Tenet die Schlussfolgerung des internen Berichts als "schlicht falsch".

Die CIA habe unter anderem nicht effektiv und ausreichend mit anderen Geheimdiensten zusammengearbeitet, bemängelt der Bericht. So habe Tenet nicht seine Befugnisse ausgeschöpft, um Pläne gegen einen möglichen Anschlag durch das Terrornetz al Qaida zu entwickeln.

Die Erkenntnisse des Berichts entsprechen im Großen und Ganzen denen einer Kommission des US-Kongresses, die ihre Ergebnisse im Sommer 2004 vorgelegt hatte. Danach hatten geheimdienstliches Versagen und politische Fehleinschätzung der Terrorgefahr die Anschläge möglich gemacht. Das CIA-Dokument beschäftigt sich aber darüber hinaus eingehender mit Fehlern einzelner Personen. (mit dpa)