11. Spieltag : Hertha schlägt Bochum

Hertha BSC lässt im Heimspiel gegen den VfL Bochum nichts anbrennen. In einer schwachen Partie zeigen die Berliner nur das Nötigste, um den Abstiegskandidaten in die Schranken zu weisen. Der Gast hilft sogar beim Toreschießen.

Jens Mende
Hertha
Endlich wieder gewonnen. Das 1:0 musste der abstiegsgefährdete Gast noch selbst besorgen, dann traf Pantelic (r.) zum 2:0. -Foto: dpa

BerlinNach einem kuriosen Eigentor von Ersatz-Kapitän Marcel Maltritz geht der Absturz des VfL Bochum weiter - Hertha BSC dagegen hat mit dem ersten "Dreier" nach vier sieglosen Spielen den freien Fall erst einmal gestoppt. Nach einer harmlosen Flanke von Gilberto bugsierte Maltritz den Ball aus Nahdistanz zur Berliner Führung ins Netz (26.). Marko Pantelic legte vor 34.580 Zuschauern im Olympiastadion mit seinem sechsten Saisontor zum 2:0 nach (34.). Für die weiter in der Abstiegszone stehenden Bochumer war das 0:2 (0:2) in der Hauptstadt schon das achte erfolglose Bundesliga-Spiel nacheinander.

Der letzte Erstliga-Sieg des VfL Bochum in Berlin datiert sogar vom 2. April 1991 - daran änderte sich auch am 11. Spieltag der aktuellen Saison nichts. Zwar gestalteten die Lieblings-Gäste des Hauptstadt-Clubs die ersten 25 Minuten durchaus ausgeglichen, doch mit dem schlimmen Patzer von Maltritz geriet Bochum auf die Verliererstraße. Die problemlos scheinende Eingabe des Brasilianers Gilberto wollte der ehemalige Hamburger stoppen, doch mit der Sohle überwand er seinen geschockten Torhüter Jan Lastuvka.

Nervöser Beginn

Die zunächst durchaus verunsicherte Hertha (nur ein Punkt aus den vier Auftritten zuvor) nahm die VfL-Einladung dankend an und operierte mit mehr Engagement und höherem Tempo. Zuvor hatte ein Teil der Berliner Fans schon mit Pfiffen auf unmotivierte Rückgaben reagiert und den beliebten Christian Fiedler zurück ins Tor gefordert. Nach dem 1:0 räumte das neue Defensiv-Duo Josip Simunic und Mineiro im Mittelfeld entschlossener ab. Der später verletzt ausgeschiedene Gilberto und der gerade mit einem neuen Vertrag bis 2011 ausgestattete Patrick Ebert trieben das Berliner Spiel immer wieder nach vorn.

Beim Toreschießen aber halfen dann auch wieder die Gäste mit. Zunächst blieb ein katastrophaler Fehlpass unbestraft, Pantelic tauchte allein vor VfL-Schlussmann Lastuvka auf - aber scheiterte frei am Tschechen (31.). Denn ließ Anthar Yahia den Serben einen langen Pass von Hertha-Kapitän Arne Friedrich annehmen: Pantelic schoss aus 14 Metern wuchtig zum 2:0 ein und präsentierte danach auf seinem Unterzieh-Shirt ein Herz mit der Aufschrift Ingrid - ein besonderer Glückwunsch zum Geburtstag seiner Tochter.

Damit war die Partie gegen die Bochumer, die ohne Kapitän Zdebel, Meichelbeck und Bönig auskommen mussten, gelaufen. Zwar mühten sie sich nach der Pause noch fleißig um den Anschluss, doch selbst gute Freistoß-Chancen wie von Joel Epalle (76.) brachten wenig Gefahr. Die besseren Chancen besaßen die Gastgeber, die ihre Kontersituationen jedoch zu unkonzentriert ausspielten. So übersah Ebert in Überzahl den mitgelaufenen Pantelic (69.). Der Serbe selbst vergab nochmals aus sieben Metern (84.). Bei einem Schubser von Berlins Steve von Bergen gegen Stanislav Sestak sah Schiedsrichter Wolfgang Stark keinen Grund zum Elfmeterpfiff (79.). (mit dpa)