Der Tagesspiegel : 13. Juli 1979

Vor 25 Jahren berichteten wir über Probleme wegen billiger Kita-Plätze

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Seitdem für den Besuch einer Kindertagesstätte nur noch 40 Mark im Monat zu zahlen sind (vorher bis zu 180 Mark), stehen die Behörden unter Druck. Wohin mit den vielen Kindern, deren Eltern ein Angebot nutzen wollen, auf dessen pädagogischen Wert die Jugendsenatorin immer wieder nachdrücklich hinweist. Die Warteliste ist zur Zeit rund 25 000 Namen lang. Weil so viele Kindergartenplätze auch mit dem Mieten zusätzlicher Räume gar nicht geschaffen werden können, wurde die „Tagespflegemutter“, die tagsüber ein fremdes Kind versorgt und dafür Geld bekommt, stärker in den Vordergrund geschoben. Den Gedanken haben viele Frauen freudig aufgegriffen. Warum nicht zum eigenen Kind noch ein anderes hinzunehmen für 19,80 am Tag? Die Folgen spüren die Bezirksämter. In einigen wird zur Zeit die Bearbeitung weiterer Anträge wegen Überlastung abgelehnt. Ende 1978 gab es rund 700 Tagespflegemütter in Berlin. Ihre Zahl könnte bis Ende diesen Jahres 3000 übersteigen.

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