2007.07.06 Neuss : Deutsche Rennfahrer wollen für Schlagzeilen sorgen

Beim Großen Preis von England wollen die deutschen Formel-1-Fahrer für sportliche Schlagzeilen sorgen. Zumal bei Nick Heidfeld, Ralf Schumacher und Sebastian Vettel die zukünftige Karriere-Planung noch offen ist.

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Wohl auch in Zukunft im BMW-Williams unterwegs: Nick Heidfeld

Der Hype um Lokalmatador und WM-Führenden Lewis Hamilton erreicht beim Großen Preis von England in Silverstone (Sonntag, 14.00 Uhr MESZ/live bei RTL und Premiere) einen neuen Höhepunkt. Doch im Schatten des Newcomers wollen auch die deutschen Formel-1-Piloten für sportliche Schlagzeilen sorgen. Zudem rücken Entscheidungen bei den Vertragsgesprächen näher.

Allen voran Nick Heidfeld im BMW-Sauber will die bislang gute Saison mit weiteren Punkten beim Halbzeitrennen fortsetzen. "Wir sind von Anfang der Saison an das drittstärkste Team und haben das in Magny-Cours wieder bewiesen, auch wenn es dort mit Renault enger geworden ist. Wir wollen den Platz jetzt bis zum Jahresende erfolgreich verteidigen", sagte der in der Fahrerwertung mit 30 Punkten auf Platz fünf stehende beste Deutsche.

Auch für die kommenden Rennen ist der Mönchengladbacher vor dem neunten von 17 Saisonläufen optimistisch: "Bedenken, dass wir langsam sein könnten, habe ich eigentlich nicht." Vor allem von Strecken mit weniger Abtrieb wie Monza (Italien) und Spa-Francorchamps (Belgien) verspricht er sich ein weiteres Heranrücken an die beiden Top-Teams McLaren-Mercedes und Ferrari. Für Siege hofft er, dass "nur noch der Faktor Zeit" fehlt. Bislang könne man aber sehr zufrieden sein und liege sogar etwas vor dem Plan.

Auch Vettels Zukunft ist noch unklar

Noch nicht geklärt ist bei Heidfeld ebenso wie bei seinem Teamkollegen Sebastian Vettel (Heppenheim), für wen sie künftig fahren werden. Allerdings deutet bei dem 30-jährigen Heidfeld alles auf eine Vertragsverlängerung hin. "Ich glaube, für beide Seiten gibt es da nicht viele Alternativen", sagte der Gladbacher.

Nach dem Lob von BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen ("So einen brauchen wir") dürfte in Kürze die Vertragsverlängerung erfolgen. Sollte auch wie erwartet der Pole Robert Kubica mit BMW-Sauber weiterarbeiten, wird der 20-jährige Vettel wohl ausgeliehen.

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz bestätigte in der Freitags-Ausgabe der Salzburger Nachrichten das Interesse an dem jüngsten Piloten, der je einen WM-Punkt gewann (Achter in Indianapolis als Vertretung für Kubica). "Wenn Vettel frei wird, kommen wir gerne auf ihn zurück und er wird gerne auf Red Bull zurückkommen", sagte Matschitz.

"Schumacher hat nicht viel mit uns zu tun"

Zugleich erteilte er den Spekulationen um einen Wechsel von Ralf Schumacher eine Absage: "Das ist keine Frage der Nachbarschaft oder Hilfestellung, sondern eine einfache, rationale." Der Kerpener sei ein guter Fahrer in einer schwierigen Lage, "aber er hat nicht viel mit uns zu tun. Es gab nicht ein einziges Gespräch mit ihm", erklärte Mateschitz.

Schumacher, der nach einer bislang verkorksten Saison in der Kritik steht und um eine Weiterbeschäftigung bei Toyota bangen muss, hatte zuletzt immer betont, sicher zu sein, auch künftig in der "Königsklasse" zu fahren. In Silverstone soll nun eine bessere zweite Jahreshälfte eingeleitet werden. "Die Saison war bisher nicht zufriedenstellend. Es ist wichtig, dass es in der zweiten Hälfte so funktioniert, wie wir uns das wünschen", erklärte Schumacher, der bislang lediglich zwei WM-Punkte verbuchen konnte und den bisherigen Saisonverlauf als "sehr eigenartig" bezeichnet.

Nico Rosberg (Wiesbaden), der in Magny-Cours knapp an den Punkten vorbeischrammte, will beim Williams-Heimrennen Verpasstes nachholen. "Ein Punkt ist drin. Den müssen wir hier auch bekommen, sonst wäre das nicht so schön", sagte Rosberg. Im ersten Training ließ der 22-Jährige bereits mit der fünftbesten Zeit aufhorchen.