2007.07.08 Neuss : Ferrari-Pilot Räikkönen siegt auch in Silverstone

Kimi Räikkönen hat eine Woche nach seinem Triumph in Frankreich auch den Großen Preis von Großbritannien in Silverstone gewonnen. Der Ferrari-Pilot siegte vor dem "Silberpfeil"-Duo Fernando Alonso und Lewis Hamilton.

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Kimi Räikkönen siegt in Silverstone

Der Finne Kimi Räikkönen hat den britischen Grand Prix in Silverstone gewonnen und damit nach seinem Triumph vor einer Woche in Frankreich seinen zweiten Formel-1-Sieg in Folge gefeiert. Hinter dem Ferrari-Fahrer belegte McLaren-Mercedes mit Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) und WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton (Großbritannien) die Plätze zwei und drei. In der WM-Wertung führt weiterhin Hamilton mit 70 Punkten vor Alonso (58) und Räikkönen (52) und wird seine Position auch beim Großen Preis von Europa am 22. Juli auf dem Nürburgring nicht einbüßen.

"Ich bin mit dem Auto sehr glücklich. Im Qualifying hat mich ein Fehler die Pole gekostet. Aber das, was zählt, ist das Rennen, und das habe ich gewonnen", sagte Räikkönen nach seinem zweiten Sieg in Folge: "Alles in allem war es ein super Wochenende."

Nach seinem insgesamt dritten Saisonsieg und seinem ersten in Silverstone, wo er seit 2003 zwar immer auf dem Podium stand, aber eben nie gewann, sind Räikkönens Hoffnungen gestiegen, doch noch entscheidend in den Titelkampf eingreifen zu können. "Das wird eine lange Saison. Wir haben jetzt einen super Speed", sagte der "Iceman".

Hamilton: "Das war eine gute Lehrstunde"

Bei McLaren-Mercedes räumte man ein, dass die Vorstellung nicht ganz zufriedenstellend war. "Das war nicht unser allerbestes Rennen in diesem Jahr. Aber wir haben weiterhin die Doppelführung in beiden WM-Wertungen. Das motiviert uns total für unser Heimrennen am Nürburgring", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Etwas enttäuscht war auch Shootingstar Hamilton. "Ich habe eine falsche Entscheidung mit dem Setup getroffen. Das war eine gute Lehrstunde", sagte der 22-Jährige selbstkritisch.

Als bester Deutscher wurde BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld aus Mönchengladbach Sechster, zwei Plätze hinter seinem Teamkollegen Robert Kubica (Polen). "Wir haben um unseren angestammten vierten Platz hart gekämpft, Robert hat den Atem von Felipe Massa gespürt, aber seine Position verteidigt. Für Nick war es nach Startplatz neun das optimale Resultat", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Der Wiesbadener Nico Rosberg im Williams-Toyota konnte sich von seinem 17. Startplatz verbessern und kam als Zwölfter ins Ziel, profitierte dabei allerdings auch von Ausfällen der Konkurrenz.

Ralf Schumacher erlebte mit Toyota eine erneute Enttäuschung. Der Kerpener, als Sechster ins Rennen gegangen, musste nach einer Beschädigung an der Radaufhängung und Kupplung in der 23. Runde aufgeben und verpasste damit seinen dritten Platz in den Punkten in der laufenden Saison.

"Wir hatten nach dem guten Qualifying mehr erwartet. Es wären sicher ein, zwei Punkte drin gewesen. Aber es hat einfach nicht sollen sein", sagte Schumacher. Ebenfalls frühzeitig ausgeschieden war Adrian Sutil (Gräfelfing) nach einem Motorschaden an seinem Spyker-Ferrari in der 15. Runde.

Felipe Massa startet aus der Box

Nach der Einführungsrunde war Felipe Massa (Brasilien) der Motor seines Ferrari abgestorben. Der Brasilianer startete deshalb nach einer weiteren Einführungsrunde wie der Japaner Takuma Sato (Aguri-Honda) nach einem Motorwechsel nach dem Qualifying aus der Boxengasse.

Beim Start wehrte Hamilton den ersten Angriff von Räikkönen geschickt ab, doch der Finne hetzte den von der Pole gestarteten Shootingstar um den Kurs, scheiterte aber in der 13. Runde mit einem Überholversuch. Erst nach dem ersten Boxenstopps musste Hamilton die Führung zunächst an seinem Teamkollegen, Weltmeister Alonso abgeben. Nach den zweiten Boxenstopps der drei Spitzenfahrer schob sich wieder Räikkönen nach vorne, Alonso fiel auf Platz zwei zurück. An dieser Reihenfolge änderte sich bis ins Ziel nichts mehr.

Für eine Schrecksekunde hatte Hamilton beim ersten Boxenstopp gesorgt, er rollte kurz an, als der Tankschlauch noch steckte. Erinnerungen an das Missgeschick von Spyker-Ferrari-Pilot Christijan Albers von Magny-Cours wurden wach, als der Niederländer die gesamte Tankanlage aus der Verankerung riss und hinter sich herzog.