2007.07.23 Neuss : Montezemolo verärgert über Spionage-Affäre

Die anstehenden Anhörungen im Rechtsstreit um Spionage-Vorwürfe zwischen McLaren-Mercedes und Ferrari sorgen für Unruhe im Formel-1-Zirkus. Ferrari-Präsident Luca di Montezemelo ist besorgt um das Image der Formel 1.

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Montezemolo zeigt sich besorgt um das Image des Rennsports

Wenige Tage vor der mit Spannung erwarteten Anhörung hat Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo seine Verärgerung über die Spionage-Affäre in der Formel 1 zum Ausdruck gebracht. "Das ist eine sehr heikle Angelegenheit, die dem Image der Formel 1 schadet. Das Prinzip der Loyalität wird in Frage gestellt", sagte der Italiener, dessen Team Ferrari und der Rivale McLaren-Mercedes in den Skandal verwickelt sind.

Inzwischen laufen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Modena auf Hochtouren. Nicht ausgeschlossen ist, dass der vor drei Wochen wegen Spionageverdachts entlassene Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney vernommen werden könnte. Stepney beteuerte erneut seine Unschuld und betonte, dass er in der Öffentlichkeit keine Aussagen mehr über die Affäre machen werde.

Hat Stepney sein Team "verkauft"?

Stepney wird vorgeworfen, vertrauliche Informationen an den inzwischen ebenfalls suspendierten McLaren-Chefdesigner Mike Coughlan übermittelt zu haben. Insgesamt soll das Material 780 Seiten umfassen. Der Engländer wollte sich einem Zeitungsbericht zufolge am Donnerstag dennoch mit einem Mann seines Vertrauens von der Scuderia treffen.

Der World Council des Automobil-Weltverbandes FIA verhandelt den Spionage-Fall am Donnerstag. Dabei soll geprüft werden, ob neben Coughlan auch andere Teammitglieder von McLaren-Mercedes von den Unterlagen wussten.

Coughlan soll dies laut britischen und italienischen Medienberichten in seiner Eidesstattlichen Erklärung gegenüber Ferrari behauptet haben. Der Rennstall unter der Führung von Ron Dennis wies dies aber mehrfach mit Nachdruck von sich.