2007.07.29 Neuss : Audi zeigt DTM-Konkurrenz die Rücklichter

Mit einem Vierfach-Sieg für Audi endete der siebte Lauf der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) in Zandvoort. Platz eins sicherte sich Martin Tomczyk vor Alexandre Premat und DTM-Spitzenreiter Mattias Ekström.

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Premierensieg für Martin Tomczyk

Beim siebten Saisonrennen der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) im niederländischen Zandvoort führte an den Audi-Piloten kein Weg vorbei. Der erste Vierfach-Sieg seit 16 Jahren hatte allerdings einen faden Beigeschmack, umstrittene Bremsmanöver zu Gunsten der beiden Spitzenpiloten Mattias Ekström und Martin Tomczyk verärgerten den Rivalen Mercedes.

Tomczyk gewann sein zweites DTM-Rennen, weil ihn Markenkollege Alexandre Premat (Frankreich) kurz vor dem Ziel passieren ließ. Der Meisterschaftsführende Ekström wurde Dritter, weil ihm Timo Scheider ebenso den Weg freimachte. Im Gegensatz zur Formel 1 ist in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) eine Teamorder nicht eindeutig verboten.

Tomczyk: "So sollte Teamwork sein"

"Ich schulde Alexandre großen Dank. So sollte Teamwork sein", sagte Tomczyk, der den Sieg dem zu Beginn der Woche verstorbenen Großvater widmete. Die Pfiffe der Zuschauer und Kritik an Premats Manöver konterte der Rosenheimer sofort: "Wir haben dadurch wieder Spannung in der Meisterschaft."

Mit 30 Punkten ist Tomczyk in der Gesamtwertung nach 7 von 10 Läufen Zweiter hinter Ekström (38). Der Schwede hatte das Geschenk von Teamkollege Scheider (Braubach) mit einem harten Überholmanöver gegen Mercedes-Pilot Bruno Spengler (Kanada) in der letzten Runde erst möglich gemacht.

Beim Start sogar fünf Audis vorne

"Das war wirklich kein leichtes Rennen", meinte Ekström, der zwischenzeitlich wegen eines verpatzten Boxenstopps nur auf Rang neun gelegen hatte. Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich war zufrieden, nachdem es vor 14 Tagen in Mugello nicht zum Sieg gereicht hatte, obwohl wie in Zandvoort bei der Startaufstellung fünf Audi vorne standen.

Spengler, der nach Platz fünf als bester Sternfahrer mit 26 Zählern schon zwölf Punkte hinter Ekström liegt, war sauer. "Wenn ich Audi-Fahrer wäre, dann wäre ich nicht stolz auf den Sieg", schimpfte der Kanadier, der vor Ekström schon von Scheider überholt worden war: "Scheider ist mit dabei dreimal ins Auto gefahren. Audi war sehr unfair heute."

Haug: "Das war Überhärte"

Auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug monierte mehrere harte Manöver. "Ich mag es nicht, wenn man so fährt. Das war Überhärte", meinte der Schwabe, der die Überholmanöver in der letzten Runde aber nicht direkt kommentierte: "Das muss jeder für sich selbst wissen. Wir haben es im letzten Jahr anders gemacht."

Titelverteidiger Bernd Schneider (Mercedes/St. Ingbert), der nach zuvor 17 Rennen in Folge in den Punkten als Zwölfter zum zweiten Mal hintereinander leer ausging, ist mit 25,5 Zählern nur noch Vierter der Gesamtwertung. Hinter ihm folgt der zweimalige Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen (Finnland/22), der in einer weiteren C-Klasse von Startplatz 13 als Siebter noch zwei Punkte rettete.

Die DTM verabschiedet sich nun in eine fünfwöchige Sommerpause, das nächste Rennen findet am 2. September auf dem Nürburgring statt.