2007.08.03 Neuss : Veh: "Wollen tollen Offensivfußball zeigen"

Meister VfB Stuttgart will auch in der neuen Saison mit "tollem Offensivfußball" begeistern. Vor allem auf die Champions League freut sich Coach Armin Veh, denn auf internationalem Parkett zu spielen, sei das Highlight.

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VfB-Meistercoach Armin Veh

Trotz leichter Bedenken vor dem Saisonauftakt im DFB-Pokal ist die Vorfreude beim VfB Stuttgart auf den Auftakt-Knaller gegen Schalke 04 in der Bundesliga und die Champions League groß. Vor dem ersten wichtigen Pflichtspiel am Samstag gegen den Zweitliga-Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden in Mainz (18.30 Uhr) ist die Euphorie beim deutschen Meister förmlich spürbar.

Während beim Pokalspiel der erste Stolperstein der neuen Spielzeit aus dem Weg geräumt werden soll und die Mannschaft schon auf den Bundesliga-Auftakt in einer Woche (10. August) gegen Vizemeister Schalke "hinfiebert", sorgt bei Trainer Armin Veh und Manager Horst Heldt vor allem die Mitte September beginnende Gruppenphase in der Champions League für leuchtende Augen.

"Mit aller Macht versuchen, weiterzukommen"

"Wir haben in der vergangenen Spielzeit nur auf dieses Ziel hingearbeitet. Wir werden mit aller Macht versuchen, weiterzukommen und wollen den Zuschauern tollen Offensivfußball zeigen. Ich kann die Trainer nicht verstehen, die nach einem frühen Aus im UEFA-Cup oder der Champions League immer sagen, dass man sich jetzt voll auf die Bundesliga konzentrieren könne. So eine Einstellung ist Quatsch. Denn auf internationalem Parkett zu spielen, ist immer das Highlight", sagte VfB-Trainer Armin Veh im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Der entspannt wirkende Manager Heldt kann seinem Trainer da aus eigener Erfahrung nur beipflichten. Der frühere Mittelfeldakteur spielte in der Saison 2003/2004 unter Felix Magath in der "Königsklasse" und musste sich damals im Achtelfinale erst dem FC Chelsea geschlagen geben. "Jeder muss es genießen, für den VfB Champions League zu spielen. Angst darf keiner haben. Auch in einer schweren Gruppe wollen wir unbedingt in das Achtelfinale einziehen. Die Mannschaft muss ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass man das ganze Jahr auf dieses Ziel hingearbeitet hat."

"Kader sollte für die drei Wettbewerbe ausreichen"

In den vergangenen Wochen hat das Meisterduo vor allem am Personal für die neue Runde gearbeitet. Der Brasilianer Ewerthon, der 7-Millionen-Euro-Zugang Ciprian Marica sowie der ablösefrei von Hertha BSC Berlin verpflichtete Yildiray Bastürk sollen den Kader deutlich verstärken. "Ewerthon hat noch Rückstand, Marica dagegen ist schon sehr weit. Zudem freue ich mich auf Yildiray Bastürk, dessen Weg ich schon seit acht Jahren verfolge. Der Kader sollte für die drei Wettbewerbe ausreichen", meinte Veh.

Während die Bayern nach ihrer Einkaufstour in den Augen von Veh und Heldt in anderen Sphären schweben, will sich das Meisterduo an Bremens Tandem mit Sportdirektor Klaus Allofs und Trainer Thomas Schaaf orientieren. "Die Bayern können nicht unser Vorbild sein. Sie haben sich die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die ihnen solche Transfers erlauben, über Jahrzehnte hinweg erarbeitet. Da müssen wir erst noch hinkommen. Unser Ziel ist zunächst, weiter attraktiven Fußball zu zeigen und die Zuschauer im Stadion zu begeistern. Da kann man nicht immer nur nach Ergebnissen schauen. Unser Vorbild ist deshalb auch eher Werder Bremen", sagte Veh.

Die Konstanz des letztjährigen Dritten ist das Ziel des VfB, um im Gegensatz zur Vergangenheit auch Champions-League-Gehälter mit Champions-League-Einnahmen bezahlen zu können. "Wir müssen unseren Weg gehen und in aller erster Linie Konstanz reinbringen. Wir wollen nicht ein Jahr Champions League spielen und dann wieder fünf Jahre nicht. In einem Jahr UEFA-Cup verdient man zwei Millionen, in der Champions League auch mal 20 Millionen. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied", erklärte Manager Heldt.

Personalsorgen vor erster Hürde

Während die Gedanken von Trainer und Manager um die Bundesliga und die Champions League kreisen, wartet nach der durchwachsenen Vorbereitung mit dem Erstrunden-Spiel im DFB-Pokal nun aber erst einmal eine unangenehme erste Hürde. Vor allem die Personalprobleme mit dem Trainingsrückstand zahlreicher Nationalspieler und Neuzgänge bereiten im Moment noch sorgen. "Ich muss schauen, dass ich meine Jungs richtig auf die Partie einstelle, denn der eigentliche Knaller zum Auftakt ist unser erstes Bundesliga-Heimspiel gegen Schalke", meinte Veh.