2007.08.04 Neuss : Glock bei BMW-Sauber in Lauerstellung

Nachdem Sebastian Vettel beim Formel-1-Team Toro Rosso seine Runden drehen darf, kann auch Timo Glock von der Motorsport-"Königsklasse" träumen. Bei BMW-Sauber stieg Glock vom Test- zum Ersatzfahrer auf.

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Timo Glock

Für Timo Glock ist der Traum von der Formel 1 nun zum Greifen nah. Der 25-Jährige ist plötzlich vom Test- zum Ersatzfahrer im BMW-Sauber-Team aufgestiegen. Zuvor will er seine Titelchance in der GP2-Serie wahren. "Das Ziel ist nach wie vor das gleiche. Für den Titel in der GP2 werde ich alles tun", meint der zweimalige Saisonsieger Glock. Der 25 Jahre alte Hesse führt vor den Saisonläufen 12 und 13 am Wochenende in Budapest die Gesamtwertung mit nur sieben Punkten Vorsprung vor Lucas di Grassi (Brasilien) an.

Theissen: "Titel in der GP2-Serie ist wichtig"

Ähnlich beurteilt BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen die Situation für Glock: "Wir kennen Timo seit seiner Formel-BMW-Zeit und haben seine Karriere verfolgt. Es besteht kein Zweifel, dass er jederzeit einen unserer Stammfahrer vertreten könnte, falls das notwendig sein sollte. Timo sollte sich aber auf die GP2-Serie konzentrieren. Es ist wichtig, dass er dort den Titel gewinnt."

Natürlich sei er sich bewusst, dass die Rennwochenenden "jetzt etwas stressiger werden, weil mehr Termine auf mich zukommen", sagt Glock: "Aber ich werde nur dann im Formel-1-Auto sitzen, wenn einer der Stammfahrer ausfällt."

Laut Glock lehrt es die Erfahrung aber, dass Fahrer in der Formel 1 nur höchst selten für ein ganzes Wochenende ausfallen. Er habe sich dennoch körperlich, geistig und mental so vorbereitet, dass "ich theoretisch sofort ein Formel-1-Auto fahren könnte".

Deshalb kann der Odenwälder zunächst sein ganzes Augenmerk auf die GP2-Serie legen. In di Grassi hat er momentan nur einen einzigen ernsthaften Konkurrenten. "Natürlich ist der Brasilianer schnell", meint Glock, dessen Team absolut wettbewerbsfähig ist: "Allerdings waren wir in den vergangenen Wochen immer schneller und vom Paket besser als die Konkurrenz.

Als gutes Omen sieht der frühere Formel-BMW-Gewinner seinen Ungarn-Auftritt im vergangenen Jahr. Damals fuhr Glock in beiden GP2-Rennen als Zweiter und Fünfter in die Punkte und lag dabei jeweils auch vor einem gewissen Lewis Hamilton.

Luxusproblem elegant gelöst

Für den ehemaligen Formel-1-Piloten Hans-Joachim Stuck hatte BMW mit Vettel und Glock "eh ein Luxusproblem, das jetzt elegant gelöst ist". Glock steht aber nicht nur bei BMW hoch im Kurs. Wie der Sport-Informations-Dienst (sid) erfuhr, verhandelt das Glock-Management derzeit auch mit Renault und Toyota.

"Für Timo ist das eine erfreuliche und positive Entwicklung. Ich kenne ihn schon einige Jahre aus unserer gemeinsamen Arbeit für die Speed Academy der Deutschen Post", sagte Stuck dem sid: "Wenn er seine persönlichen Ziele jetzt mit dem gleichen Ehrgeiz und Einsatz verfolgt wie sein Engagement in der Nachwuchsarbeit, dann ist er ganz sicher auf einem guten Weg."