2007.08.04 Neuss : "Silberpfeile" in Ungarn vorne, Heidfeld Dritter

In einem spannenden Qualifying zum Großen Preis von Ungarn haben sich die McLaren-Mercedes-Piloten Fernando Alonso und Lewis Hamilton die Plätze eins und zwei gesichert. Nick Heidfeld glänzte als Dritter.

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Nick Heidfeld überzeugte mit Platz drei

Fernando Alonso startet beim Großen Preis von Ungarn von der Pole Position. Der spanische Weltmeister setzte sich im Qualifying zum 11. WM-Lauf am Sonntag (14 Uhr) in Budapest im McLaren-Mercedes vor seinem Teamkollegen und WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton durch. Doch trotz der ersten Startreihe haben die "Silberpfeile" mit einem seltsamen Boxenstopp für Wirbel gesorgt. Nick Heidfeld weckte beim stärksten Qualifikations-Auftritt der deutschen Fahrer in dieser Saison mit Platz drei im BMW-Sauber Hoffnung auf einen Podestplatz beim Rennen am Sonntag (14 Uhr). Renault-Teamchef Flavio Briatore forderte in der Spionage-Affäre unterdessen den Ausschluss von McLaren-Mercedes aus der WM.

"Es war schon alles komisch. Ich bin neugierig, was die Begründung vom Team dafür sein wird", meinte Hamilton, der sich wohl um die Pole Position betrogen fühlte. Der bis dahin überlegenene WM-Spitzenreiter musste kurz vor Ende der Qualifikation beim Boxenstopp lange hinter seinem Teamkollegen Alonso warten.

Zu lange, um noch eine schnelle Runde zu fahren. So fuhr der Weltmeister in 1:19,674 Minuten zur 17. Pole Position seiner Karriere vor "Nummer-2-Fahrer" Hamilton (1:19,781). "Das Team hat mir gesagt, dass ich warten soll", schilderte Alonso die strittige Szene: "Außerdem ist entscheidend, dass wir hier die große Chance auf einen Doppelsieg haben."

Hamilton kündigt heißen Kampf an

Hamilton kündigte Alonso schon beim Start einen heißen Kampf an: "Es ist ein langer Weg bis zur ersten Kurve."Mercedes-Sportchef Norbert Haug freute sich nur über die erste Startreihe seines Teams: "Jetzt stehen wir zum vierten Mal in den letzten sieben Rennen gemeinsam in Reihe eins. Das ist die allerbeste Ausgangsbasis, um unsere WM-Führung auszubauen." Zumal Erzrivale Ferrari mit Kimi Räikkönen nur auf Platz vier hinter Heidfeld (1:20,259) fuhr. "Wir haben eine gute Chance aufs Podium, auch wenn es schwer wird, Kimi hinter mir zu halten", meinte Heidfeld.

Den starken deutschen Auftritt unter dem bewölkten Himmel von Budapest komplettierten Nico Rosberg (Wiesbaden/1:20,632) als fünfter im Williams-Toyota direkt vor dem Toyota-Piloten Ralf Schumacher (Kerpen/1:20,714). Sebastian Vettel (Heppenheim) landete in der ersten Qualifikation für seinen neuen Arbeitgeber Toro Rosso nach zwei Ausrutschern nur auf Platz 20 und verlor damit das erste Duell gegen seinen italienischen Teamkollegen Vitantonio Liuzzi. "Da war mehr drin, ohne den Fehler wäre ich locker in die 2. Qualifikationsrunde gekommen. Jetzt hoffe ich, dass es im Rennen regnet. Nur so habe ich eine Chance auf Punkte", meinte Vettel enttäuscht. Adrian Sutil aus Gräfelfing belegte im Spyker Rang 21.

Vor dem 11. von 17 WM-Läufen am Sonntag führt Hamilton die WM-Wertung mit 70 Punkten vor Alonso (68) und Massa (59) an. "Das Rennen könnte für die diesjährige Saison eine Vorentscheidung bringen", glaubt der ehemalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda. Allerdings muss McLaren-Mercedes im Rahmen der Spionage-Affäre weiter um seine Spitzenposition in der WM zittern.

Briatore fordert Ausschluss von McLaren-Mercedes

Briatore vermutet, dass das "Silberpfeil"-Team schon lange im Besitz vertraulicher Informationen von Ferrari war. Nur deshalb habe das Team den Wechse von Michelin- auf Bridgestone-Reifen so schnell bewerkstelligen können. WM-Spitzenreiter McLaren-Mercedes weist alle Vorwürfe zurück.

"Es ist offensichtlich, dass sie die Daten über die Gewichtsverteilung von Ferrari hatten, die seit fast zehn Jahren Bridgestone-Reifen verwenden", sagte Briatore am Rande des Großen Preises von Ungarn: "Hier gibt es ein Team, dass sich illegal einen Vorteil verschafft hat. Für den Diebstahl geistigen Eigentums ist die Strafe der Ausschluss."

McLaren-Mercedes war in einer Anhörung vor dem Autombil-Weltverband FIA freigesprochen worden, voraussichtlich Ende August wird in einer Berufungsverhandlung endgültig entschieden. Schwere Zeiten für den WM-Spitzenreiter trotz eines überlegenen Autos.