2007.08.17 Neuss : Rallye-Gladiatoren Loeb und Grönholm im Duell

Das Duell der Rallye-Gladiatoren Sebastien Loeb und Marcus Grönholm geht im Circus Maximus von Trier in die nächste Runde. Grönholm will den "König von Deutschland" in dessen "Wohnzimmer" besiegen.

pk
Will auch in Trier jubeln: Marcus Grönholm

Das Duell der beiden Rallye-Favoriten Sebastien Loeb und Marcus Grönholm spitzt sich auf deutschem Boden zu einer Art Gladiatorenkampf zu. Auf historischem Boden im Circus Maximus von Trier will der finnische WM-Spitzenreiter Grönholm nach drei Siegen in Folge bei der Deutschland-Rallye Weltmeister Loeb jetzt auch in dessen "Wohnzimmer" bezwingen, in dem der Franzose aus dem nahen Elsass bislang bei allen fünf WM-Läufen seit 2002 unbezwingbar war.

"Dieses Jahr will ich endlich hier gewinnen. Loeb ist der König in Deutschland - wenn ich ihn hier schlagen kann, kann ich ihn überall schlagen", sagt Ford-Pilot Grönholm, der zuletzt bei seinem Heimspiel in Finnland den Hattrick schaffte und in der WM-Wertung vor dem 10. von 16 WM-Läufen am Wochenende (17. bis 19. August) rund um Trier 13 Punkte Vorsprung (75:62) auf den Titelverteidiger im Citroen hat.

Dabei freut sich "Bosse", wie der 39 Jahre alte Landwirt und "Hobby-Treckerfahrer" aus Espoo genannt wird, vor allem auf die neue 4,37km lange Prüfung Circus Maximus am Sonntag (11.11 Uhr). "Die Super-Specials sind eine tolle Sache für die Zuschauer", meint Grönholm: "Die Nähe zu den Fans auf solchen Prüfungen fasziniert mich immer wieder. Für die Fahrer bedeutet der Circus Maximus eine besondere Herausforderung, zumal es sich um einen neuen Kurs handelt."

Auf einem Rundkurs um die Porta Nigra im Zentrum von Trier werden erstmals in der Geschichte der Rallye-WM vier Fahrzeuge gleichzeitig auf Zeitenjagd gehen. 7000 Zuschauer können das Sepktakel hautnah verfolgen, einige Stehplatzkarten sind noch erhältlich. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit mehr als 200.000 Zuschauern am gesamten Wochenende.

Entschieden wird die Rallye aber nicht im Circus Maximus, sondern in den engen Weinbergpassagen an der Mosel und auf der mit Hinkelsteinen gespickten berüchtigten Panzerplatte des Truppenübungsplatzes Baumholder. Diese wechselnden Anforderungen machen den deutschen WM-Lauf einzigartig, dazu kommt das oft launische Wetter.

Vor dem es Grönholm schon graut. "Als ich den Formel-1-GP auf dem Nürburgring im Fernsehen gesehen habe, hatte ich schon wieder genug", meinte der Ford-Star, der auf dem Weg zu seinem möglicherweise dritten WM-Titel nach 2000 und 2002 vor allem durch Konstanz glänzt. Neben vier Siegen war er in den ersten neun Läufen dreimal Zweiter, einmal Dritter und einmal Vierter.

Dagegen hat sich Rivale Loeb bei ebenfalls vier Saisonsiegen auch schon zwei Nullnummern geleistet und steht deshalb bei seiner Lieblingsrallye besonders unter Zugzwang. Ein weiterer Patzer könnte ihn im WM-Duell schon vorentscheidend zurückwerfen. Und da jeder von ihm den sechsten Deutschland-Triumph erwartet, kann der 33 Jahre alte frühere Kunstturner fast nur verlieren, zumal er auch noch den zweiten Ford-Finnen Mikko Hirvonen (57 Punkte) im Nacken hat.

"Ein Spaziergang war diese Rallye für mich noch nie. Die Siege wurden mir nicht geschenkt", meint Loeb: "Ich muss hier alles geben und das kann auch mal schief gehen." Dennoch freut er sich auf den Auftritt: "Die Strecken kommen mir entgegen, weil sie so ähnlich sind wie in meiner Heimat. Die Rallye liegt mir einfach."

Die Veranstalter der Rallye, die der Region rund 20 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz beschert, freuen sich unterdessen auf ein Rekord-Starterfeld, zu dem auch die DM-Teilnehmer zählen. Insgesamt hatten 106 Starter gemeldet.