2007.09.03 Neuss : Bartels sieht Schumacher 2008 ohne Job

Michael Bartels sagt dem bei Toyota umstrittenen Formel-1-Piloten Ralf Schumacher eine düstere Zukunft voraus: "Es wird schwierig für Ralf, für 2008 noch ein Cockpit zu bekommen", glaubt der FIA-GT-Champion.

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Schwere Zeiten für Ralf Schumacher

FIA-GT-Champion Michael Bartels traut dem bei Toyota umstrittenen Ralf Schumacher in Formel 1 keinen neuen Höhenflug mehr zu und sieht den dienstältesten Deutschen in der "Königsklasse" vor einem schwierigen Arbeitskampf: "Es wird schwierig für Ralf, für 2008 noch ein Cockpit zu bekommen. Vor allem, wenn man sieht, wie viele junge Leute in der Warteschleife sind. Bei einem Top-Team wird er ganz sicher keinen Vertrag mehr bekommen", sagte der ehemalige Formel-1-Pilot dem sid.

Über Ralf Schumachers Jahresgage von geschätzten 14 Millionen Euro kann Bartels nur den Kopf schütteln. "Aufgrund der aktuellen Leistung ist Ralf sicher völlig überbezahlt", sagt der 39-Jährige aus Plettenberg. "Schumi II" habe seine Gage damals ausgehandelt, weil Toyota dachte, dafür einen Siegfahrer zu bekommen, mutmaßt Bartels und nimmt Ralf Schumacher etwas in Schutz: "Doch mit dem Auto kann man nicht gewinnen. Man kann aus einer Schnecke kein Rennpferd machen."

Toyotas Gesamtpaket stimme nicht

Bei Toyota stimme das Gesamtpaket nicht, es gebe überall nur Baustellen, urteilt Bartels. Ralf habe in anderen Renställen zuvor schon gezeigt, dass er es kann. "Bei Toyota fährt er aber ständig nur im Niemandsland, das ist alles sehr, sehr traurig", sagt der Sauerländer. Das Toyota-Team sei das teuerste im Formel-1-Zirkus - und stelle seit Jahren nichts auf die Beine. Die Japaner, die das Formel-1-Projekt von Köln aus steuern, geben angeblich rund 400 Millionen Euro pro Saison aus.

Bartels selbst hat große Ziele in diesem Jahr. Zusammen mit der Vitaphone Racing Mannschaft aus Herborn will er in den ausstehenden vier Rennen der FIA-GT-Meisterschaft den Titel in der Teamwertung erfolgreich verteidigen. In der Fahrer-Wertung will Bartels seinem Teamkollegen Thomas Biagi (Italien) im werksunterstützten Maserati MC12 zum Titelgewinn verhelfen. Der nächste Lauf findet am Samstag (19.45 Uhr) als erstes Nachtrennen dieser Serie in Adria/Italien statt.