2007.09.09 Neuss : "Reines Störmanöver" lässt McLaren-Mercedes kalt

Der Formel-1-Rennstall McLaren-Mercedes hat ein Schreiben der Staatsanwaltschaft Modena als "reines Störmanöver" gewertet. Zudem ist das Team "vollkommen überzeugt", restlos entlastet zu werden.

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McLaren lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

McLaren-Mercedes hat auf ein am Samstag eingegangenes Schreiben der Staatsanwaltschaft Modena gelassen reagiert. Die Verantwortlichen des Rennstalles bezeichnen das Schreiben, bei dem es sich laut eigener Angabe nicht um eine Anklage handelt, als "reines Störmanöver".

"Wir vermuten stark, dass der Zeitpunkt und der Inhalt dieses völlig gegenstandslosen Kontakts unmittelbar vor dem Qualifying dazu diente, unsere Vorbereitungen auf diese wichtige Session und die Anhörung am Donnerstag vor dem World Motor Sport Council zu stören", hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung. Das Team sei "vollkommen überzeugt", dass man in der Angelegenheit restlos entlastet werden würde.

McLaren-Mercedes hatte am Samstag vor dem Qualifying, das Weltmeister Fernando Alonso vor seinem Teamrivalen, dem WM-Führenden Lewis Hamilton, und dem Ferrari-Konkurrenten Felipe Massa gewann, zunächst mündlich in Kontakt mit den Behörden in Modena gestanden. Erst am Abend habe man dann ein entsprechendes Schreiben erhalten, hieß es.

Angeblich Ermittlungen gegen Dennis eingeleitet

Die italienische Nachrichtenagentur ANSA hatte zuvor berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Modena Ermittlungen gegen Teamchef Ron Dennis und zwei weitere, namentlich nicht genannte Teammitglieder wegen Betruges, Verletzung von Industriegeheimnissen und Unterschlagung aufgenommen hat. Dennis hat diese Meldung bislang weder bestätigt noch dementiert.

Die Silberpfeile müssen sich in der Affäre um die vom früheren Ferrari-Chefmechaniker Nigel Stepney an den ehemaligen McLaren-Mitarbeiter Mike Coughlan übergebenen vertraulichen Ferrari-Daten am kommenden Donnerstag noch einmal vor dem World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA in Paris verantworten. Auslöser dafür war ein E-Mail-Kontakt zwischen Testfahrer Pedro de la Rosa und Doppel-Weltmeister Alonso, in dem es um geheime Ferrari-Abstimmungsdaten gegangen sein soll.