2007.09.23 Neuss : Stoner krönt sich zum MotoGP-Weltmeister

In der "Königsklasse" MotoGP sind vorzeitig die Würfel gefallen. Der Australier Casey Stoner krönte sich mit einem sechsten Platz beim Großen Preis von Japan in Motegi vorzeitig zum neuen Weltmeister.

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Frühzeitig am Ziel angekommen: Casey Stoner

Drei Rennen vor dem Saisonende ist in der MotoGP-Weltmeisterschaft bereits die Entscheidung gefallen. Der Australier Casey Stoner steht vorzeitig als neuer Champion der Motorrad-"Königsklasse" fest. Dem Ducati-Piloten genügte beim Großen Preis von Japan in Motegi Platz sechs. Sein Rivale, der siebenmalige Weltmeister Valentino Rossi (Italien/Yamaha), belegte nach technischen Problemen nur Platz 13 und hat bei 83 Punkten Rückstand auf Stoner keine Chance mehr auf den Titelgewinn.

Mit 21 Jahren und 332 Tagen ist Stoner der zweitjüngste Weltmeister in der höchsten Klasse nach dem US-Amerikaner Freddie Spencer (1983 im Alter von 21 Jahren und 275 Tagen). Das Rennen in Motegi gewann Stoners Teamkollege und Rossis Landsmann Loris Capirossi. Der Deutsche Alex Hofmann war am Montag beim Ducati-Satelittenteam D'Antin wegen angeblicher Arbeitsverweigerung entlassen worden.

Frühes Aus für Heidolf

Für 250er-Pilot Dirk Heidolf war der Große Preis von Japan nach weniger als zwei Runden beendet. Der Aprilia-Pilot aus Hohenstein-Ernstthal schied auf der nassen Strecke bereits frühzeitig aus. Heidolf, dessen Vertrag beim deutschen Rennstall Kiefer nach drei Jahren nicht verlängert wird, ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Team.

In der WM-Wertung hat Titelverteidiger Jorge Lorenzo (Spanien/Aprilia) durch seinen elften Platz einige Punkte eingebüßt. Sein Verfolger Andrea Dovizioso (Italien/Honda) wurde in Motegi Zweiter hinter dem Finnen Mika Kallio (Finnland/KTM) und verkürzte den Rückstand auf 36 Zähler.

Bradl rettet einen Punkt ins Ziel

Trotz eines Sturzes hat Stefan Bradl in der Klasse bis 125ccm einen Punkt ins Ziel gerettet. Der 17 Jahre alte Aprilia-Pilot aus Zahling stieg nach einem Ausritt ins Kiesbett wieder auf und überquerte als 15. die Ziellinie. Der gleichaltrige Sandro Cortese (Berkheim/Aprilia) versuchte es nach einem Sturz ebenfalls weiter, fiel aber erneut hin und gehörte nicht zu den nur 22 Fahrern, die das Ziel erreichten.

"Im Training und im Qualifying bin ich jeweils gestürzt und hatte Schmerzen an der Hüfte und am Finger. Im Rennen bin ich dann am Anfang in die Wiese gefahren, wollte dann bei der Aufholjagd zu viel und bin in der Mitte gestürzt", berichtete Bradl: "Aber ich habe versucht, was möglich war, und wenn man das alles betrachtet, bin ich mit dem einen Punkt sehr zufrieden."

Beim nächsten Rennen auf Phillip Island in Australien trifft der Sohn des zweimaligen Vize-Weltmeisters Helmut Bradl auf eine für ihn noch neue Strecke, "aber ich werde bis dahin ein paar Runden auf der Playstation fahren, um mich darauf einzustellen".

Es gewann der Italiener Mattia Pasini auf Aprilia vor seinen Markenkollegen Gabor Talmacsi und Hector Faubel. Der Ungar Talmacsi baute die Führung in der WM-Wertung damit wieder auf neun Punkte auf seinen spanischen Teamkollegen Faubel aus.