2007.09.29 Neuss : Hamilton entreißt Alonso die Pole Position

Förmlich in letzter Sekunde hat der WM-Führende Lewis Hamilton Weltmeister und McLaren-Mercedes-Teamkollegen Fernando Alonso die Pole Position beim GP von Japan in Fuji entrissen. Kimi Räikkönen wurde im Ferrari Dritter.

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Vierte Pole der Saison für Lewis Hamilton

Der WM-Führende hat beim Großen Preis von Japan in Fuji seinem McLaren-Mercedes-Teamrivalen Fernando Alonso die Pole Position vor der Nase weggeschnappt. Der Brite übertraf die Bestzeit des spanischen Weltmeisters in letzter Sekunde in 1:25,368 Minuten um 70 Tausendstel und holte seine vierte Pole der Saison. Die zweite Startreihe nehmen die Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen aus Finnland (1:25,516) und Felipe Massa aus Brasilien (1:25,765) ein.

"Das war einfach eine Traumrunde, jetzt habe ich alle Chancen zu gewinnen", meinte Hamilton strahlend und reckte im Auto immer wieder die Fäuste nach oben. Anschließend forderte er Weltmeister Alonso nach dem Fast-Crash beim letzten Rennen in Spa zu mehr Fairness im WM-Duell auf: "Wie Fernando gesagt hat, sind wir keine Idioten. Wir wollen beide das Rennen beenden und wir wollen beide Weltmeister werden. Natürlich werden wir uns attackieren, aber ich hoffe, auf eine faire Art."

Hamiltons Pole in der Box frenetisch bejubelt

Hamilton hatte sich zuvor auf der feuchten Strecke die fünfte Pole Position seiner Karriere gesichert. In der McLaren-Box brach fanatischer Jubel aus - ein sichtbares Zeichen, wem das Team den WM-Titel wünscht. Der isolierte Alonso gab sich gelassen: "Ich bin nicht auf Pole, aber in der ersten Reihe und man kann ja auch überholen." "Rookie" Hamilton geht mit einem Vorsprung von zwei Punkten auf den Champion in das drittletzte Rennen.

Ähnlich wie am Samstag, wo erst dichter Nebel das letzte Training verhinderte und der feuchte Belag für schwere Bedingungen sorgte, ist auch beim ersten Formel-1-Rennen nach 30 Jahren am heiligen Berg der Japaner Regen vorhergesagt. "Das könnte extrem spannend werden, bei Regen ist alles möglich", meinte Nick Heidfeld. Der Mönchengladbacher war im BMW-Sauber als Fünfter (1:26,505) bester Deutscher.

Vettel glänzt im Toro Rosso auf Platz acht

Nico Rosberg (Wiesbaden/1:26,728) landete dahinter auf Platz sechs. An seinem Williams-Toyota musste allerdings der Motor gewechselt werden, so dass er in der Startaufstellung zehn Positionen nach hinten rutscht. Der größte Gewinner des Tages war Sebastian Vettel (Heppenheim/1:26,973), der nach einer Galavorstellung im unterlegenen Toro Rosso aus Startplatz acht ins Rennen gehen darf. "Fantastisch. Das Team war zum ersten Mal im letzten Teil der Qualifikation dabei. Vielleicht reicht es jetzt zum ersten Mal in dieser Saison für die Punkte."

Toyota-Fahrer Schumacher (Kerpen) blieb nur Platz 15, nachdem er mit einer Kollision mit dem Japaner Sakon Yamamoto erneut wenig Werbung für eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrages gemacht hatte. Adrian Sutil (Gräfelfing) landete im Spyker auf Platz 20.