2007.10.01 Neuss : Heidemann holt WM-Gold mit dem Degen

Britta Heidemann hat bei der Fecht-WM in St. Petersburg das erste Gold für die deutsche Mannschaft gewonnen. Die Leverkusenerin siegte im Degen-Finale gegen Li Na aus China 14:10.

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Britta Heidemann ist Weltmeisterin

Britta Heidemanns Höhenflug hat bei der WM im russischen St. Petersburg mit der Goldmedaille geendet. Mit ihrem ersten Weltmeister-Titel hat die 24 Jahre alte Degen-Fechterin die Erfolgsserie des deutschen Teams fortgesetzt, nachdem die Leverkusenerin wie entfesselt gegen die Chinesin Li Na 14:10 im Finale siegte und sich und ihre überragende Vorstellung selbst krönte.

"Es ging darum: Ziehe ich mein Ding durch oder nicht - und das habe ich geschafft. Ich habe es mir endlich mal verdient. Irgendwie musste es sein", sagte Heidemann freudestrahlend, die sich auch von einer halbstündigen Wettkampfunterbrechung wegen eines Brandes unter dem Hallendach nicht aus der Ruhe bringen ließ. "Ein fantastischer Sieg. Britta hat sich immer weiter gesteigert und alles richtig gemacht", lobte Bundestrainer Manfred Kaspar.

Dritte Medaille für das deutsche Team

Mit ihrer vergoldeten Weltklasseleistung hatte die EM-Dritte zudem für den insgesamt zweiten Titel und das dritte Edelmetall bei der laufenden WM nach den Florett-Herren Peter Joppich (Gold) und Benjamin Kleibrink (Bronze) gesorgt. Dadurch hat der Deutsche Fechter-Bund (DFeB) bereits die Bilanz der WM 2006 in Turin nach der dritten Entscheidung übertroffen.

Für Heidemann war vor allem wichtig, nun die Koffer für Peking 2008 packen zu können. "Die Olympischen Spiele sind ein Traum für mich. Das war ein riesiger Schritt. Ich hoffe, dass das jetzt auch glatt gehen wird", sagte die Sinologie-Studentin, die ein intensives Verhältnis zu dem Gastgeberland der Spiele 2008 pflegt und fließend chinesisch spricht. In den drei verbleibenden Wertungs-Turnieren reichen Heidemann durchschnittliche Leistungen, um sich den Traum von Olympia in ihrer zweiten Heimat zu erfüllen.

Große Enttäuschung dagegen bei Imke Duplitzer und Claudia Bokel. "Für mich war das in erster Linie eine WM. Und da habe ich mein Ziel, das Treppchen, nicht erreicht", sagte Bokel selbstkritisch. Immerhin dürfte die Quittung für Platz 23 im Hinblick auf die Qualifikation für Olympia nicht allzu niederschmetternd ausfallen. Auch viele andere in der Weltrangliste gut postierte Fechterinnen schieden früh aus und konnten keinen Boden gut machen. "Die EM ist für mich auch schon glimpflich abgegangen", erklärte Bokel mit Blick auf die Qualifikation und fügte hinzu: "Dennoch muss ich jetzt eine ganze Schippe drauflegen."

Kaspar versuchte, seine beiden erfolglosen Athletinnen wieder aufzubauen. "Auch Claudia steht noch auf einem Olympia-Platz. Und Imke hat hier und bei der EM in Gent nicht das große Losglück gehabt", sagte der Coach, räumte aber ein: "Wir werden bis zum Ende zittern müssen." Duplitzer belegte Platz 35. Monika Sozanska (Heidenheim) dagegen hat als 85. dagegen keine Chance mehr auf Olympia.

Feuriger Aufreger sorgt für Unterbrechung

Für den Aufreger des Tages hatte vor Heidemanns Gold-Gefecht ein Feuer in der Halle gesorgt, weshalb die Wettkämpfe für eine halbe Stunde unterbrochen werden mussten. Ein Scheinwerfer war oberhalb einer Wettkampf-Bahn in Brand geraten. Dunkle und stinkende Rauchschwaden zogen durch die Halle. Die Zuschauer wurden aufgefordert, den Innenraum zu verlassen. Erst nach mehreren Fehlversuchen konnten Helfer das Feuer löschen.

Bereits am Vormittag hatten die Säbel-Herren Dennis Bauer (Koblenz) und Björn Hübner (Tauberbischofsheim) die am Dienstag stattfindende Direktausscheidung der letzten 64 erreicht. Nicolas Limbach aus Dormagen war wegen seiner hohen Platzierung in der Weltrangliste ohnehin direkt qualifiziert. Einzig sein Vereinskollege Benedikt Beisheim verpasste die Direktausscheidung.