2007.10.01 Neuss : Ralf Schumacher beendet sein Toyota-Engagement

Die "Ehe" zwischen Ralf Schumacher und dem Formel-1-Team von Toyota ist beendet. "Ich habe mich entschieden, eine neue Herausforderung zu suchen", erläuterte "Schumi II" die Trennung vom japanischen Autobauer.

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Ralf Schumacher verlässt Toyota

Nach wochenlangen Spekulationen hat Ralf Schumacher seinen Abschied von Toyota nach dieser Saison verkündet. "Ich habe mich entschieden, eine neue Herausforderung zu suchen", teilte der 32-Jährige am Montag in Schanghai mit, wo am Sonntag (8.00 Uhr MESZ/live bei Premiere und RTL) das vorletzte Rennen des Jahres stattfindet.

Damit steht Ralf Schumacher mehr denn je vor einer ungewissen Zukunft in der Formel 1. Wo er 2008 fahren werde, könne er derzeit nicht sagen. Er werde in den nächsten Wochen noch einige Gespräche führen und nach Ende dieser Saison seine Entscheidung mitteilen, meinte "Schumi II", der drei Jahre für Toyota hinterm Steuer saß.

Finanzielle Aspekt nicht mehr so wichtig

"Wichtig ist für mich nicht so sehr der finanzielle Aspekt, sondern vielmehr die Möglichkeit, ein Rennauto mitzuentwickeln und damit auch erfolgreich zu sein", sagte der Wahl-Salzburger. Mit einer geschätzten Jahresgage von 14 Millionen Dollar bei Toyota gehörte Ralf Schumacher zu den Topverdienern der Königsklasse.

Als mögliche neue Arbeitgeber in der Formel 1 kommen Williams, Renault und Toro Rosso in Frage. Solange aber nicht feststeht, ob Weltmeister Fernando Alonso bei McLaren-Mercedes aus dem bis 2009 laufenden Vertrag aussteigen kann, dürfte auch Ralf Schumacher in der Warteschleife bleiben. Als Alternative galt zuletzt auch ein Wechsel zu Audi in die Deutsche Tourenwagen Masters (DTM).

Schumachers Manager Hans Mahr ist weiter fest davon überzeugt, dass sein Schützling der Formel 1 erhalten bleibt. "Wir haben noch mehrere Optionen, und die werden jetzt in Ruhe geprüft", sagte Mahr dem sid.

Kein einziger Sieg für Toyota

Bei Toyota, mit einem Etat von 400 Millionen Dollar der Krösus der "Königsklasse", konnte Ralf Schumacher aber nie in der Erfolgsspur fahren. Die Japaner, die das Formel-1-Projekt von Köln aus steuern, warten auch im sechsten Jahr noch immer auf den ersten Erfolg.

Die beste Phase seiner Formel-1-Karriere durchlebte der Bruder des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher bei Williams-BMW. Dort feierte er zwischen 2001 und 2003 auch seine sechs Siege.

Er sei mit großen Erwartungen zu Toyota gekommen, meinte Ralf Schumacher. Einerseits, weil er große Hoffnung in die Entwicklung eines neuen Rennautos gesetzt habe. Andererseits aber auch, weil er sich bei seinem langen Aufenthalt in Japan vor der Formel 1 mit der japanischen Lebensart sehr angefreundet hatte. Mit der japanischen Mentalität komme er nach wie vor gut zurecht, sagte der Rennfahrer, fügte aber kritisch hinzu: "Auf ein konkurrenzfähiges Auto habe ich leider jahrelang warten müssen."

Toyota sei auch eine schöne und interessante Erfahrung gewesen, vor allem die Zusammenarbeit mit dem Team, den Ingenieuren und den Mechanikern, berichtete Ralf Schumacher: "Aber nun ist es Zeit, etwas Neues auszuprobieren."

Trotz der Entscheidung, im kommenden Jahr nicht mehr für Toyota zu fahren, werde er in den letzten zwei Rennen alles versuchen, um WM-Punkte für das Team zu holen. "Natürlich bin ich nach wie vor für die Rennen in Schanghai und Sao Paulo hoch motiviert und werde mein Bestes versuchen, nach der verpatzten Saison zumindest einen guten Abschluss mit und für Toyota zu erreichen", sagte der 32-Jährige.