2007.10.02 Neuss : Weltreiter-Verband eröffnet Verfahren gegen Tebbel

Der Weltreiter-Verband FEI hat ein Ermittlungsverfahren gegen Springreiter Rene Tebbel eingeleitet. Beim CHIO in Aachen war bei Tebbels Pferd Idol de Reve ein zu hoher Testosteron-Wert nachgewiesen worden.

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Springreiter Rene Tebbel auf seiner Stute Farina

Gegen Springreiter Rene Tebbel ist vom Weltreiter-Verband FEI ein Ermittlungsverfahren wegen einer positiven Doping-Probe eröffnet worden. Tebbels Pferd Idol de Reve hat nach dem Ergebnis der A-Probe beim CHIO in Aachen Anfang Juli 2007 einen zu hohen Testosteron-Wert aufgewiesen. Der Springreiter zweifelt den Wert nicht an und hat auf die Öffnung der B-Probe verzichtet. Das Testosteron soll allerdings nicht durch die Einnahme unerlaubter Substanzen, sondern durch eine Krankheit ausgelöst worden sein.

"Keine verbotenen Substanzen gegeben"

"Wir haben dem Pferd keine verbotenen Substanzen gegeben. Der hohe Wert ist auf eine Tumor-Erkrankung zurückzuführen", sagte Tebbel. Der 38-Jährige hat den Fall dem in Doping-Fragen erfahrenen Anwalt Ulf Walz aus Basel übergeben. "Im Falle der Turmor-Erkrankung im Bereich der Gebärmutter wird zusätzliches Testosteron über die Neben-Niere produziert", sagte Walz, der davon ausgeht, dass die Ermittlungen eingestellt werden.

Tebbel hatte die elf Jahre alte Stute Idol de Reve von einem Besitzer in Italien für die beiden Turniere in Nörten-Hardenberg Ende Juni und Aachen Anfang Juli zur Probe geritten. Anschließend ging die Stute zurück in den Stall nach Italien. Nach Bekanntwerden des überhöhten Wertes hatte Tebbel am 20. September den Tierarzt Dr. Peter Gronau nach Italien entsandt, um das Tier untersuchen zu lassen.

Keine Lebensgefahr für die Stute

"Bei der Untersuchung wurde die Tumor-Erkrankung festgestellt", sagte Walz, der von der FEI aufgefordert wurde, bis zum 12. Oktober Stellung zu dem Fall zu beziehen. "Wir werden noch Fotos vom Tier machen und diese als Beweisstücke der FEI zukommen lassen", sagte Walz. Für die Stute bestünde keine akute Lebensgefahr. "Es muss noch geprüft werden, ob eine Operation vorgenommen werden muss", sagte Walz.

"Das ist keine Angelegenheit des Veranstalters", sagte Frank Kemperman, Sportlicher Leiter des CHIO in Aachen. "Wir kontrollieren und kontrollieren, doch solche Fälle sind nicht zu verhindern. Man muss abwarten, welche Ursachen der Fall hat", sagte Kemperman. "Rene Tebbel hat bis zum 12. Oktober Zeit, Stellung zu beziehen. Vorher werden wir uns an Spekulationen nicht beteiligen", sagte eine FEI-Sprecherin.

Tebbel, gegen den vor einigen Jahren bei der FEI bereits ein Verfahren wegen Manipulation eingestellt werden musste, hatte die Stute beim CHIO nicht im Großen Preis von Aachen, sondern in einer der Rahmenprüfungen geritten.

Nationen-Wechsel angekündigt

Der dreimalige deutsche Meister hatte erst vor wenigen Wochen mit seiner Ankündigung für Aufregung gesorgt, vor den Olympischen Spielen in Hongkong 2008 einen Nationen-Wechsel vorzunehmen. Der Profi-Reiter war trotz des DM-Gewinns in Gera nur als Ersatzreiter für die EM in Mannheim Mitte August 2007 nominiert worden.