2007.10.06 Neuss : Hamilton geht von der Pole in die Titeljagd

Im Qualifying zum Großen Preis von China hat WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton vor Kimi Räikkönen, Felipe Massa und Fernando Alonso die Pole Position erobert. Bester Deutscher war Ralf Schumacher auf dem sechsten Platz.

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Schnellster in Schanghai: Lewis Hamilton

Lewis Hamilton geht die Titelgajg beim Großen Preis von China von der Pole Position aus an und will sich auf dem Weg zur Krönung als jüngster Formel-1-Weltmeister aller Zeiten auch nicht vom Taifun "Krosa stoppen lassen. "Ich habe viel Selbstbewusstsein nach meinem Sieg im Regen von Japan, meinetwegen kann es feucht werden. Ich hoffe, dass der Sonntag unser Tag wird, das wäre grandios", sagte Hamilton am Tag nach seinem umstrittenen Freispruch für die Vorkommnisse in Japan. Ein Sieg beim vorletzten Saisonrennen am Sonntag (8 Uhr MESZ) würde dem 22 Jahre jungen Briten vorzeitig den Titel bringen.

Taifun bereitet Sorgen

Allerdings steuern Ausläufer eines Monstersturms mit Windgeschwindigkeiten von 280 Stundenkilometer auf China zu und sollen am Renntag Schanghai erreichen. Vorhergesagt sind Gewitter, starker Regen und heftiger Wind. `Im Fall von starken Regen sind verschiedene Szenarios denkbar. Start hinter dem Safety Car oder Verschiebung', erklärte eine FIA-Sprecherin dem sid: "Wenn es gar nicht geht, müsste das Rennen abgesagt werden." Dann wäre Hamilton schon vor dem letzten Rennen am 21. Oktober in Brasilien Weltmeister.

Darauf hofft der WM-Spitzenreiter aber nicht: "Darüber wäre ich überhaupt nicht glücklich. Ich will das Rennen fahren und ich will gewinnen." Mit wenig Benzin an Bord raste der Hamilton in 1:35,908 Minuten mit einer "magische Runde" (Teamchef Ron Dennis) zum sechsten Mal in seiner Karriere auf Startplatz eins. "Das war ein Klassejob von Lewis, er steht zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle. Und das bei all dem Druck", jubelte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Platz zwei belegte der Finne Kimi Räikkönen im Ferrari (1:36,044). Hamiltons Teamkollege Fernando Alonso (Spanien/1:36,576) geht am Sonntag in Schanghai nur von Startplatz vier ins Rennen: `Ich hatte eine Superrunde, ich habe keine Erklärung für den Zeitabstand." Der noch amtierende Weltmeister und mit einem Alter von 24 Jahren bislang jüngste Formel-1-Champion hat in der WM zwölf Punkte Rückstand.

Bester Deutscher war Ralf Schumacher (Kerpen/1:38,013) an seinem vorletzten Rennwochenende im Toyota mit einem überzeugenden sechsten Platz. BMW-Pilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach/1:38,455) landete auf Rang acht. Sebastian Vettel, dessen Strafe für seinen Auffahr-Unfall in Japan am Freitag aufgehoben worden war, leistete sich nach Meinung der Rennkommissare wieder einen Bock. Der Toro-Rosso-Pilot aus Heppenheim behinderte im Qualifying einen Konkurrenten und wurde vom zwölften Startrang auf den 17. strafversetzt. Dadurch machte Nico Rosberg (Wiesbaden) im Williams einen Platz gut und geht nun von Position 15 ins Rennen. Adrian Sutil (Gräfelfing) ordnete sich im unterlegenen Spyker auf Position 21 ein.

Hamilton kriecht zu Kreuze

Im Mittelpunkt stand jedoch einmal mehr Hamilton, den die Rennkommissare des Automobil-Weltverbandes FIA am Vorabend vom Vorwurf der Unfallverursachung freigesprochen hatte. Seine Manöver hatten im Regen von Japan zu einem Unfall zwischen Vettel und Mark Webber (Australien) beigetragen. Der WM-Spitzenreiter entschuldigte sich erstmals öffentlich: "Meine Kollegen haben mich im Fahrerbriefing massiv angegriffen. Ich habe vielleicht nicht den besten Job gemacht, beim nächsten Mal mache ich es besser." Er räumte ein, eine Strafe befürchtet zu haben und war nach dem Freispruch erleichtert: "Jetzt ist eine Riesenlast von meinen Schultern. Das Wochenende war eine Achterbahnfahrt."