2007.10.07 Neuss : Hamilton "frustriert und enttäuscht fürs Team"

Dem vorzeitigen WM-Titelgewinn beim Formel-1-Rennen in China stand ein Ritt ins Kiesbett im Weg. Dennoch führt Lewis Hamilton die Fahrerwertung noch an und bleibt optimistisch: "Keine Angst - ich kann das schaffen."

janat1
Lewis Hamilton nach seinem Ausfall in Schanghai

Beim Grand Prix in China hätte sich Lewis Hamilton vorzeitig zum jüngsten Formel-1-Weltmeister krönen können. Nach seinem Ritt ins Kiesbett wurde die Entscheidung aber auf das letzte Rennen in Brasilien vertagt. Im Interview gibt der Mercedes-Pilot einen Einblick in seine Gefühlswelt.

Frage: "Wie sind Ihre Gefühle, nachdem Sie mit dem WM-Titel vor Augen zum ersten Mal in ihrer Formel-1-Karriere ausgefallen sind?"

Lewis Hamilton: "Als ich da im Kies aus dem Auto ausgestiegen bin, war ich schon sehr frustriert und enttäuscht fürs Team. Es war mein erster Fehler im ganzen Jahr, und der ist ausgerechnet auf dem Weg in die Box passiert. Sowas passiert mir normalerweise nicht."

Frage: "Ist das in diesem entscheidenden Moment nicht besonders ärgerlich?"

Hamilton: "Du kannst nicht durchs Leben gehen, ohne Fehler zu machen. Aber das ist vorbei. Jetzt freue ich mich auf Brasilien. Das Team wird hart arbeiten, und ich bin sicher, dass das Auto dort schnell genug sein wird. Außerdem haben wir noch einen Vorsprung."

Frage: "Warum sind Sie nicht eher zum Boxenstopp reingekommen?"

Hamilton: "Wir hatten ein grandioses Rennen und wussten nicht, ob es regnen wird oder nicht. Die Reifen sind immer schlechter und schlechter geworden, man konnte fast die Felgen sehen. Als ich in die Boxengasse eingebogen bin, war es wie Eis. Ich konnte nichts machen. Es hätte alles perfekt laufen können, aber so ist es halt schief gegangen."

Frage: "Holen Sie jetzt beim Finale in Brasilien den Titel?"

Hamilton: "Ich fliege jetzt nach Hause und dann gehts zum letzten Rennen. Keine Angst - ich kann das schaffen."