2007.10.13 Neuss : Stadler nimmt dritten Hawaii-Triumph ins Visier

Beim legendären Ironman-Triathlon auf Hawaii kommen die Favoriten heute einmal mehr aus Deutschland. Normann Stadler peilt seinen dritten Sieg nach 2004 und 2006 an, größter Konkurrent ist Faris Al-Sultan aus München.

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Hawaii ist heute Schauplatz des Ironman

Im Insel-Paradies Hawaii wollen Deutschlands Triathleten heute ihren Siegeszug beim legendären Ironman auf Hawaii fortsetzen. Fünf Wochen nach dem WM-Triumph von Daniel Unger auf der olympischen Distanz in Hamburg hat Normann Stadler bei der inoffiziellen WM der "Eisenmänner" in Kona die erfolgreiche Titelverteidigung und den dritten Erfolg nach 2004 und 2006 im Visier. Zu den Favoriten beim berühmtesten Dreikampf der Welt gehört zudem 2005-Gewinner Faris Al-Sultan aus München.

Vor allem Stadler fühlt sich gewappnet für seine dritte Krönung. "Ich bin fit. Die anderen müssen mich erstmal schlagen", erklärte der Mannheimer vor der Schinderei in drei Akten selbstbewusst. Stadler zieht seinen Optimismus nicht zuletzt aus den Wetterprognosen: "Es soll schön windig und schwül werden. Das sind Bedingungen wie bei meinem ersten Sieg 2004. Da werden sich noch einige wundern", meinte der 34-Jährige vor dem Höllentrip bei Temperaturen um 40 Grad Celsius, einer Luftfeuchtigkeit von rund 90 Prozent und den berüchtigten Mumuku-Winden.

Australier McCormack meldet Ansprüche an

Stadler lassen auch die Sticheleien des Vorjahres-Zweiten und viermaligen Roth-Gewinners Chris McCormack aus Australien kalt. "Wenn er meint, dass er viel mehr gewonnen hat als ich, kann ich nur entgegnen, dass ihm ein Sieg auf Hawaii noch fehlt", meinte Stadler gelassen. Abgehakt ist sein schwaches Abschneiden beim Ironman Europe in Frankfurt. "Da hatte ich Rückenprobleme. Aber das ist ausgeräumt", sagte der "Norminator".

Für Stadler geht es auf Big-Island nicht nur um rund 100.000 Euro Siegprämie. Er könnte an Siegen auch mit Ironman-Legende Peter Reid aus Kanada gleichziehen.

Doch die schärfste Konkurrenz kommt in Al-Sultan vielleicht aus dem eigenen Land. Der Münchner mit irakischen Wurzeln setzt sich vor dem Start zu den 3,8km Schwimmen im Pazifischen Ozean, 180km Radfahren sowie 42,195km Laufen durch die glühenden Lavafelder aber nicht unter Druck. "Wenn ich morgen sterben würde, hätte ich mit meinem Sieg 2005 mehr erreicht als die meisten Triathleten", meinte Al-Sultan.

Auch Timo Bracht mit Chancen

Hoffnungen auf eine vordere Platzierung macht sich Timo Bracht. Nach seinem überraschenden Sieg in Frankfurt hat sich der Mannheimer intensiv mit dem ersten deutschen Hawaii-Sieger Thomas Hellriegel und Stephan Vuckovic vorbereitet.

Bei den Frauen liegen die Hoffnungen auf Frankfurt-Gewinnerin Nicole Leder (Darmstadt), die dortige Zweite Andrea Brede (Bielefeld) und Katja Schumacher. Die Heidelbergerin will sich mit einer guten Platzierung einen Lebenstraum erfüllen. "Wenn ich unter die ersten Zehn komme, werde ich einen Antrag auf eine Greencard in den USA stellen. Dann hätte ich gute Chancen", erklärte Schumacher.

Die ARD überträgt in Etappen live aus Hawaii. Der Start wird in der Sportschau am Samstag gezeigt. Im Anschluss berichtet das Erste von 0.15 bis 5.30 Uhr vom Rennen. Co-Kommentator wird Daniel Unger sein.