2007.10.14 Neuss : Deutsche Konkurrenz drängt Schumacher aus Formel 1

Die nationale Konkurrenz droht Ralf Schumacher aus der Formel 1 zu drängen. "Schumi II" sucht weiter erfolglos nach einem neuen Arbeitgeber, während Nico Rosberg und Timo Glock auf Schumachers Toyota-Cockpit schielen.

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Ralf Schumacher fürchtet um seine Zukunft in der Formel 1

Ralf Schumacher spürt die nationale Konkurrenz im Nacken und muss um seine Zukunft in der Formel 1 bangen. Für die Saison 2008 haben hingegen gleich zwei deutsche Landsleute ein Auge auf das Cockpit des Kerpeners geworfen. Williams-Pilot Nico Rosberg (Wiesbaden) soll laut Welt am Sonntag als Gegenleistung für die weitere Gratis-Lieferung von Motoren zu den Japanern wechseln.

Nach Informationen des Sport-Informations-Dienstes (sid) hat aber wohl der frisch gekürte GP2-Champion Timo Glock (Wersau) die besseren Chancen auf das Toyota-Cockpit, das "Schumi II" nach dem Saisonfinale am Sonntag räumt.

Auch Spyker-Besitzer gibt Schumacher einen Korb

Wo der Kerpener im nächsten Jahr fährt, ist völlig offen. In der Formel 1 hat jetzt auch der neue Spyker-Besitzer Vijay Mallya, mit dem Schumacher befreundet ist, die Verpflichtung des 32-Jährigen ausgeschlossen. "Ich schätze Ralf sehr, aber er passt nicht zu uns", zitierte die Welt am Sonntag den indischen Milliardär.

Für Ralf Schumacher, der gemeinsam mit seinem Manager Hans Mahr um den Verbleib in der Formel 1 kämpft, gibt es in der "Königsklasse" kaum noch eine Alternative, nachdem zuvor bereits Toro Rosso neben Sebastian Vettel (Heppenheim) den französischen US-Cart-Champion Sebastien Bourdais für 2008 verpflichtet hatte.

Neues Prodrive-Team als letzte Alternative

Offen sind derzeit wohl nur Plätze beim neuen Prodrive-Team von David Richards, dessen geplanter Einstieg für die kommende Saison im Moment aber unsicher ist. Ein Umstieg in die DTM ist momentan auch schwer vorstellbar. "Es bestand und besteht kein Kontakt", sagte Audi-Vorstandschef Rupert Stadler in einem WamS-Interview.

Vielleicht wird bei Williams noch ein Platz frei, wenn nach dem Rücktritt von Alexander Wurz (Österreich) auch noch Rosberg das Team verlassen würde. Nach WamS-Informationen soll der Sohn des früheren Weltmeisters Keke Rosberg angeblich 15 Millionen Euro jährlich für einen Drei-Jahres-Vertrag bei Toyota und Sir Frank Williams für die gleiche Zeit Gratis-Motoren bekommen. Allerdings wird Rosberg auch als ganz heißer Kandidat für die Nachfolge von Fernando Alonso bei McLaren-Mercedes gehandelt, falls der Spanier wie allgemein erwartet nach den ganzen Querelen dieses Jahres zu Renault zurückkehrt.

Glock glaubt an Sprung in die Formel 1

Im Management von Timo Glock ist man zuversichtlich, dass der 25-Jährige wie seine Vorgänger auf dem GP2-Thron, Rosberg und der Brite Lewis Hamilton, den direkten Aufstieg in ein Stammcockpit der "Königsklasse" schafft. "Unabhängig von einem möglichen Wechsel von Alonso, der im Transfermarkt noch einige Kurzschlussreaktionen auslösen könnte", sagte Glocks Manager Hans-Bernd Kamps dem sid: "Wir haben schon seit längerer Zeit sachlich und konsequent verhandelt. Das Interesse an Timo hat mit seinen in diesem Jahr gezeigten Leistungen zu tun."

Sollte der Wechsel zu Toyota platzen, hätte Glock Alternativen. Zum einen wäre noch Williams eine Option, weil es gute Kontakte zwischen dem englischen Rennstall und Glocks bisherigem GP2-Team iSport gibt. Zudem wäre auch noch eine weitere Saison als Test- und Ersatzfahrer bei BMW-Sauber denkbar, wenn sich dort eine Perspektive auf ein Renncockpit für 2009 ergäbe. BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen hat mehrfach erklärt, Glock für 2008 als dritten Mann hinter Nick Heidfeld (Mönchengladbach) und Robert Kubica (Polen) gerne halten zu wollen.