2007.10.14 Neuss : Ekström feiert zweiten DTM-Titel

Zum zweiten Mal nach 2004 hat Mattias Ekström den Titel in der DTM gewonnen. Der Schwede machte beim letzten Saisonlauf auf dem Hockenheimring durch einen dritten Rang den Erfolg perfekt.

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Mattias Ekström ist erneut DTM-Champion

Obwohl er durch den dritten Platz im letzten Saisonlauf den Gesamtsieg der DTM feiern konnte, war es für Mattias Ekström das "schlimmste Rennen überhaupt". Die nervliche Anspannung konnte man dem neuen Champion nach dem Rennen deutlich ansehen: Der Schwede setzte sich minutenlang neben seinen Abt-Audi A4 auf den Asphalt und ließ den Freudentränen freien Lauf.

"Mein Auto lief überhaupt nicht gut, vielleicht war das Wetter zu schön. Ich musste kämpfen wie ein Tier, als ich Bruno hinter mir gesehen habe. Die letzten Runden waren sehr anstrengend", sagte der 29-Jährige nach seinem zweiten Titelgewinn in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft nach 2004.

Verbremser kostet Tomczyk Titelchancen

Im spannendsten DTM-Finale seit 1987, in dem noch drei Fahrer Titelchancen hatten, behauptete Ekström mit Rang drei und 50 Punkten seinen ersten Platz vor Mercedes-Pilot Bruno Spengler aus Kanada (47 Punkte), der unmittelbar hinter ihm ins Ziel kam. Ekströms Freund und Teamkollege Martin Tomczyk (Rosenheim/40) hatte in der ersten Runde durch einen Verbremser alle Chancen eingebüßt und wurde am Ende im letzten Rennen des Jahres nur Neunter.

Dennoch nahm Tomczyk den Meister in die Arme und hob ihn in die Luft. Neben Glückwünschen und Umarmungen von Lebensgefährtin Tina Thörner, Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich und Teamchef Hans-Jürgen Abt hatte auch Spengler dem Schweden mit einem Klaps auf den Helm gratuliert. "Zweimal hintereinander Zweiter ist ja auch nicht so schlecht", sagte der enttäuschte Mercedes-Fahrer: "Ich muss jetzt halt nach vorne schauen."

Viel spannender gehe es wohl nicht. Der Druck sei jetzt endlich weg, und das Team habe allen Grund zum Feiern, sagte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich. Noch drei Wochen zuvor in Barcelona hatte Ullrich nach von Mercedes-Piloten verursachten Kollisionen alle verbliebenen Audi aus dem Rennen genommen und damit den größten Skandal der DTM-Geschichte perfekt gemacht.

Mercedes als fairer Verlierer

"Herzlichen Glückwunsch an Mattias Ekström. Audi hat einen tollen Job gemacht", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, erinnerte aber auch an aus seiner Sicht mehrere fragwürdige Entscheidungen während der Saison. Insgesamt hatte Mercedes in seinem 300. DTM/ITC-Rennen den siebten Saisonsieg gefeiert. Audi triumphierte nur dreimal, holte aber dennoch den Titel.

Tomczyks Traum vom ersten DTM-Titel war unterdessen bereits nach knapp drei Kilometern vorbei. Nach einer leichten Berührung mit Teamkollege Scheider und Green verbremste sich der Rosenheimer Audi-Pilot ausgerechnet vor der vollbesetzten Mercedes-Tribüne und fiel ans Ende des Feldes zurück.

Ekström dagegen war gleich in der ersten Runde dagegen vom dritten Startplatz an die Spitze gefahren und hatte danach zunächst ein kontrolliertes Rennen absolviert. Als jedoch neun Runden vor Schluss nach allen Pflichtboxenstopps Spengler in seinem Rückspiegel auftauchte, "fing auf einmal alles an zu Zittern: Lenkrad, Beine, Augen."

DTM verbucht Rekordzuschauerzahl

Der Dreikampf um den Titel bescherte der DTM einen weiteren Zuschaueranstieg. Das Final-Wochenende in Hockenheim verfolgten 152.000 Fans, so viele waren nie zuvor bei einem DTM-Rennen gezählt worden. Und für die kommende Saison können sich die Fans auch schon eindecken, ab Montag beginnt der Vorverkauf für das Auftaktrennen 2008 am 13. April erneut in Hockenheim.