2007.10.14 Neuss : Ironman-Siege gehen an McCormack und Wellington

Bei der Ironman-WM auf Hawaii haben sich der Australier Chris McCormack und die Britin Chrissie Wellington die Titel gesichert. Deutsche Triathleten hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun.

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Chris McCormack siegt beim Ironman auf Hawaii

Der Australier Chris McCormack und die Britin Chrissie Wellington haben erstmals die Ironman-WM auf Hawaii gewonnen. Titelverteidiger Normann Stadler aus Mannheim musste mit Magenproblemen vorzeitig aufgeben. 2005-Sieger Faris Al Sultan aus München hatte ebenfalls wegen Magenproblemen kurzfristig ganz auf einen Start verzichtet.

Der viermalige Roth-Gewinner McCormack triumphierte in 8:15:34 Stunden vor seinem Landsmann Craig Alexander (8:19:04) und dem Dänen Torbjorn Sindballe (8:21:30). Als bester Deutscher landete der Darmstädter Berufsschullehrer Frank Vytrisal auf Rang 14 (8:37:44) knapp vor dem Mannheimer Timo Bracht (8:37:52), der im Juli noch den Ironman Europe in Frankfurt gewonnen hatte.

Stadler: Die Gesundheit geht vor

"Ich habe alles versucht, aber es hatte letztlich keinen Zweck mehr. Am Ende geht die Gesundheit vor", meinte Stadler nach dem geplatzten Traum vom dritten Sieg auf Big Island niedergeschlagen. Nach seiner Aufgabe zeigte der Mannheimer aber Größe und war im Ziel von Kona einer der ersten Gratulanten von Erzrivale McCormack. "Chris ist ein würdiger Sieger", sagte Stadler.

Während der Münchner Al Sultan seinen Start kurzfristig abgesagt hatte, versuchte Stadler trotz einer schon unruhigen Nacht zumindest sein Glück. Doch auf dem Rad musste sich der 34-Jährige, der 2005 auf dem Weg zur anvisierten Titelverteidigung von einem Defekt gestoppt worden war, mehrmals übergeben. Zunächst nahm der "Norminator" ärztliche Hilfe in Anspruch und fuhr weiter, gab nach der Hälfte der Distanz aber schließlich entkräftet auf.

Stattdessen ließ sich McCormack auf dem Alii-Drive erstmals als Sieger feiern und fiel seiner Ehefrau Emma im Ziel erschöpft, aber glücklich in die Arme. "Endlich habe ich es geschafft. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen", sagte der viermalige Gewinner von Roth, der sich im Vorjahr Stadler geschlagen geben musste.

Zum ersten Mal seit dem ersten deutschen Hawaii-Triumph von Thomas Hellriegel 1997 blieben die Starter der Deutschen Triathlon Union (DTU) ohne Top-Ten-Platzierung. Hellriegel gab ebenso auf wie der Olympia-Zweite von Sydney, Stephan Vuckovic.

Wellingten feiert Überraschungssieg

Bei den Frauen feierte Wellington in 9:08:45 Stunden einen Überraschungssieg vor den beiden US-Amerikanerinnen Samantha McGlone (9:14:04) und Kate Major (9:19:13). Auch die deutschen Frauen blieben ohne Chance. Dabei konnte Katja Schumacher lange Zeit sogar von einem Podiumsplatz träumen, ehe auch die Heidelbergerin beim Marathon auf Platz vier liegend mit Magenproblemen aufgeben musste. "Es ist eine Schande. Ich habe mich bis dahin so gut gefühlt. Jetzt bin ich fix und fertig", erzählte Schumacher und war den Tränen nahe.

Beste Deutsche war Kathrin Pätzold aus Sigmaringen (9:50:38) auf Platz 14. Die Frankfurt-Zweite Andrea Brede aus Bielefeld hatte auf Rang 19 (9:56:10) ebensowenig mit dem Ausgang des Rennens etwas zu tun wie Frankfurt-Gewinnerin Nicole Leder aus Darmstadt (10:36:18).

Unterdessen nutzte Wellington die Gunst der Stunde. Während die sechsmalige Gewinnerin Natascha Badmann aus der Schweiz nach einem Sturz mit einem Schlüsselbeinbruch aufgab und Titelverteidigerin Michellie Jones mit Magenproblemen ausschied, setzte sich Wellington in 9:08:45 Stunden vor den US-Amerikanerinnen Samantha McGlone (9:14:04) und Kate Major (9:19:13) durch. "Damit hatte ich nie gerechnet", sagte die Britin: "Am Ende habe ich nur noch gebetet."