2007.10.15 Neuss : Stewart plädiert für neuen FIA-Präsidenten

Jackie Stewart hat den Rücktritt von FIA-Präsident Max Mosley gefordert: "Vielleicht macht Max Mosley diesen Job schon zu lange. Ich finde, dass man nach einem neuen Präsidenten von außerhalb des Sports suchen sollte".

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Jackie Stewart

Jackie Stewart, dreimaliger Formel-1-Weltmeister und ehemaliger Teamchef, hat sich für den Rücktritt von Max Mosley, Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, ausgesprochen. Dem Londoner "Herald" sagte der Schotte: "Vielleicht macht Max Mosley diesen Job schon zu lange. Ich finde, dass er seine Position überdenken und dass man nach einem neuen Präsidenten von außerhalb des Sports suchen sollte, damit es keine Interessenskonflikte geben kann."

"Es werden Entscheidungen getroffen, die dem Geschäft abträglich sind"

Diese Forderung habe nichts mit persönlichen Differenzen zu tun, "aber ich glaube ganz ehrlich, dass Entscheidungen getroffen werden, die dem Geschäft abträglich sind." Dadurch würde die Formel 1 trotz der sportlichen Spannung in der Presse überwiegend negativ dargestellt. Die Formel 1 schieße sich derzeit selbst ins Knie -"und zwar nicht mit einer Pistole, sondern mit einem Maschinengewehr", so Stewart.

Der 68-Jährige, der 1969, 1971 und 1973 im Zwei-Jahres-Takt Weltmeister in der "Königsklasse" war, nannte als ein Beispiel die Entscheidung der FIA, McLaren-Mercedes beim Saisonfinale am Wochenende in Brasilien einen Aufpasser zur Seite zu stellen. Dieser soll dafür garantieren, dass es vor dem Duell zwischen WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton und Titelverteidiger Fernando Alonso teamintern keine Bevorzugung für einen der beiden Fahrer gibt. Stewart befürchtet, dass dadurch "ein gefährliches Präzedenzbeispiel für die Zukunft" gesetzt werden könnte: "In der Formel 1 bezahlen die Eigentümer die Fahrer und sie stellen die Mechaniker an, um das Auto zu designen. Die Sporthoheit sollte keinen Einfluss auf die internen Handlungen eines Rennstalls haben."

Außerdem, so fügt Stewart an, sei es irgendwo unfair, dass nur McLaren-Mercedes mit dieser Situation konfrontiert werde, nicht aber Ferrari. "Können Sie sich vorstellen, dass die FIA jemals zu Ferrari gegangen ist, als Michael Schumacher noch dort angestellt war, um Ferrari dazu aufzufordern, dass Rubens Barrichello oder Eddie Irvine genau gleich behandelt werden müssen wie Schumacher? Das wäre nie passiert. Daher hoffe ich, dass McLaren in Brasilien alles für Lewis unternehmen wird, denn er hat außergewöhnlich auf die Ereignisse der vergangenen Monate reagiert", sagte Stewart.