2007.10.28 Neuss : Hamilton: "Kimi als Teamkollege wäre cool"

Lewis Hamilton könnte sich Weltmeister Kimi Räikkönen gut als Teamkollegen vorstellen. Im Gespräch mit der Bild am Sonntag sprach der Mercedes-Pilot außerdem über sein Idol Ayrton Senna und sein spärliches Privatleben.

bfl
Formel-1-Pilot Lewis Hamilton

Zur Zeit dreht sich für Lewis Hamilton alles um die Formel 1. Nach der verpassten Weltmeisterschaft will der Brite so schnell wie möglich zurück ins Cockpit. Im Gespräch mit der Bild am Sonntag sprach Hamilton außerdem über sein Idol Ayrton Senna, die Angst vor dem Tod und sein knapp bemessenes Privatleben. Zudem verriet der Senkrechtstarter Hamilton, dass er sich eine Zusammenarbeit mit Formel-1-Weltmeister Kimi Räikkönen gut vorstellen kann: "Kimi im Team wäre cool, aber der ist ja bei Ferrari." Wenigstens in der virtuellen Welt macht Hamilton mit Räikkönen gemeinsame Sache, denn bei Autorennen mit der Spielekonsole sitzt der Finne als Fahrer im McLaren-Mercedes.

Häufig ist Hamiltons Bruder Nicolas sein Gegner im Kampf mit dem Joystick. Für Hamilton ist der 15-Jährige, den eine zerebrale Kinderlähmung an den Rollstuhl fesselt, ein "großartiger Mensch, mein bester Freund. Für ihn bin ich trotzdem Weltmeister geworden. Auch diese Gedanken haben mir geholfen, erhobenen Hauptes aus Brasilien zurückzukommen".

Urlaub gönnt sich der 22-jährige Brite nach der ersten Formel-1-Saison seiner Karriere nicht: "Keinen einzigen Tag! Ich will so schnell wie möglich wieder ins Auto. Wir testen Mitte November in Barcelona, das wird ein Spaß." Ob dann noch der Spanier Fernando Alonso dabeisein wird, ist Hamilton offenbar egal: "Mit Kollegen dieser Klasse gibt es im Team immer harten Wettbewerb."

"Senna war der größte Rennfahrer

Hamiltons großes Idol ist der 1994 tödlich verunglückte Brasilianer Ayrton Senna, dessen Grab er in Sao Paulo besucht hat: "Muhammad Ali war der coolste Sportler aller Zeiten, Ayrton Senna der größte und beste Rennfahrer." Zwar könne man Senna nur schwer mit Michael Schumacher vergleichen, aber "wenn ich mein Geld auf einen von beiden setzen müsste, würde ich mich für Senna entscheiden".

Dass Senna in der Formel 1 sein Leben verlor, darüber denkt Hamilton nicht nach: "Ich habe keine Angst zu sterben. Ich liebe den Adrenalinkick, den die Gefahr bringt, andere springen dafür am Bungeeseil vom Hochhaus. Zum Glück ist die Sicherheit in der Formel 1 viel besser als früher." Ist Lewis Hamilton privat mit dem Auto unterwegs, bevorzugt er den gleichen forschen Stil wie auf der Piste: "Ein Beispiel: Ich blinke links, will die Spur wechseln, der Hintermann lässt mich nicht rein. Dann fahre ich einfach trotzdem rüber."

Keine Zeit für die Liebe

Für die Liebe ist in Hamiltons Leben auf der Überholspur momentan keine Zeit, das musste selbst seine Jugendliebe Jodia Ma erkennen, mit der er vier Jahre lang zusammen war. "In meinem Leben dreht sich jetzt alles um die Formel 1, da ist kein Platz mehr für die Liebe", sagte er der Bild am Sonntag: "Jodia liebt mich noch immer, ich habe auch starke Gefühle für sie - vielleicht kommen wir eines Tages wieder zusammen."

In jedem Fall bekommt Hamiltons Zukünftige einen perfekten und umweltbewussten Hausmann. "Ich trenne meinen Müll, ich fahre einen sehr sparsamen Diesel und ich stelle beim Duschen das Wasser ab, während ich mich einseife oder shampooniere", sagte er der BamS: "Allerdings gehe ich hauptsächlich deshalb sparsam mit Wasser um, weil viele Menschen in der Dritten Welt unter Dürre zu leiden haben. Deshalb ist mir Wasserverschwendung zuwider."

Hausarbeiten aller Art sind Hamilton nicht fremd: "Natürlich kann ich waschen und bügeln, das ist doch nicht so schwer. Eine Putzfrau habe ich auch nicht." Nur bei seiner Mutter Linda hat Lewis Hamilton striktes Küchenverbot: "Das gilt auch für die Waschküche."