2007.11.02 Neuss : Deutscher Ingenieur trägt die olympische Fackel

Ein Deutscher wird 2008 die olympische Fackel durch China tragen. Der 51-jährige Werner Ebel aus Berlin hat einen von acht Plätzen für in China lebende Ausländer ergattert und gehört damit zu insgesamt 19.400 Läufern.

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Die olympische Fackel

Ein Deutscher ist einer der insgesamt 19.400 Läufern, die 2008 die olympische Fackel durch China nach Peking tragen werden. Der 51-jährige Werner Ebel aus Berlin hat beim Bewerbungsverfahren einen von acht Plätzen für in China lebende Ausländer ergattert. "Das ist schon allerhand und muss jetzt erst einmal sacken. Bislang habe ich noch gar keine Zeit gehabt, mich zu freuen", sagte Ebel, der bereits am Montag von seiner Nominierung erfahren hatte.

Der 51-Jährige lebt seit Februar 2006 in Zhengzhou, rund 1000 Kilometer südwestlich von Peking gelegen, wo er als Ingenieur im Eisenbahnbau arbeitet. Insgesamt nimmt die Rekordzahl von 21.880 Menschen an dem Staffellauf teil, der am 31. März in Peking beginnt und 130 Tage lang über 137.000km rund um die Welt führt. Der letzte Läufer entzündet am 8. August 2008 das Olympische Feuer in Peking.

"China-Tauglichkeit" erforderlich

"Ich wollte immer schon an Olympischen Spielen teilnehmen, aber meine sportliche Leistung war nie gut genug. Dann hat mich ein Kollege dazu gedrängt, mich zu bewerben. Alleine wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen", sagte er. Per Internet stimmten anschließend 245.000 Menschen darüber ab, wer in den engeren Kreis der Bewerber rücken durfte. Über 12.000 entschieden sich für den Berliner. Nur drei Kandidaten erhielten noch mehr Stimmen.

Die Bewerber mussten abschließend ihre "China-Tauglichkeit" offenbaren und unter anderem Kenntnisse über die Kultur des Landes nachweisen. Erst dann wurden acht Kandidaten von einer Jury ausgewählt. Die älteste Bewerberin war eine 88-jährige Amerikanerin. Auch die jüngste stammt aus den USA. Die Vierjährige hatte sogar die sechstmeisten Stimmen gesammelt, scheiterte aber an der Altershürde von 14 Jahren. Gescheitert waren auch die Botschafter Griechenlands und der Seychellen.

Richtiger Ton getroffen

Um ihren Traum wahr werden zu lassen, hatten einige Bewerber eine regelrechte Werbekampagne in eigener Sache gestartet und über Zeitungen oder das Internet versucht, Stimmen zu gewinnen. Ebel hatte ebenfalls zahlreiche Kollegen dazu animiert, für ihn zu stimmen, aber offenbar auch den richtigen Ton bei seinem Schreiben getroffen. Er sprach von seiner entflammten Liebe zu China samt der Liebe zu einer Chinesin.