2007.11.04 Neuss : Talmacsi feiert WM-Titel, Deutsche stürzen

Gabor Talmacsi ist neuer Motorrad-Weltmeister in der 125ccm-Klasse. Dem Aprilia-Pilot genügte beim Grand Prix in Valencia Platz zwei. Sandro Cortese und Stefan Bradl stürzten. Dirk Heidolf (250ccm) blieb ohne WM-Punkte.

bfl
Gabor Talmacsi aus Ungarn

Triumph für Gabor Talmacsi: Beim Saisonfinale in Valencia krönte sich der Ungar zum ersten ungarischen Motorrad-Weltmeister überhaupt. Dem Aprilia-Pilot genügte in der 125er-Klasse nach einem packenden Duell mit seinem Teamkollegen Hector Faubel ein zweiter Platz hinter dem Spanier, um sich mit insgesamt 282 Punkten (Faubel: 277) den letzten vakanten Titel der WM-Saison 2007 zu sichern. "Es ist fantastisch. Diesen Triumph widme ich meiner Heimat", sagte Talmacsi mit Tränen in den Augen. Ungarische Fans feierten "Super-Gabor" in Superman-Kostümen.

Talmacsi folgt auf Alvaro Bautista (Spanien), der nach seinem WM-Triumph 2006 in die Viertelliterklasse gewechselt war. Jorge Lorenzo aus Spanien (250ccm) und der Australier Casey Stoner (MotoGP) hatten den Titelgewinn bereits vor dem WM-Finale in der Tasche.

Sandro Cortese (Berkheim/Aprilia) schied nach einem Sturz aus und beendet die Saison mit 66 WM-Punkten auf Rang 14 der Gesamtwertung. Der Aprilia-Pilot hatte "vom Start weg Motorprobleme" und holte sich bei seinem schmerzhaften Ausritt ins Kiesbett "einen blutigen Finger". Die Auswertung der Motordaten zeigte allerdings, dass seine Maschine keine Aussetzer hatte, sondern eine rasante Fahrt über die Abweiser wohl den Sturz auslöste.

Sein Markenkollege Stefan Bradl aus Zahlingen war in der dritten Runde ebenfalls gestürzt und erlitt dabei wie Cortese eine Verletzung am Finger. "Mein Fingernagel ist so richtig abgefetzt. Und der Finger ist wohl gebrochen", sagte Bradl. Zuvor hatte er bereits "bei einem Vorderradrutscher alles verloren". Bradl erreichte mit 39 Punken Platz 18 der Gesamtwertung.

Heidolf verpasst Punkteränge

In der 250ccm-Klasse hat Dirk Heidolf bei seinem letzten Auftritt für das deutsche Kiefer-Team die Punkteränge verpasst. Der Aprilia-Pilot aus Hohenstein-Ernstthal beendete das letzte Rennen der Saison 2007 in Valencia auf Platz 16 und konnte sich in der WM-Gesamtwertung (24 Punkte) nicht mehr verbessern. Den Sieg sicherte sich Mika Kallio (Finnland), der von Startplatz eins ins Rennen gegangen war.

"Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht", sagte Heidolf, dessen Vertrag nach drei Jahren nicht mehr verlängert worden war: "Wir schließen dieses Kapitel und werden ein neues aufschlagen. Was da drinsteht, steht aber noch gar nicht fest. Ich werde mich um eine Werkshonda bemühen".

Sein bisheriger Teamchef Stefan Kiefer verabschiedete den Aprilia-Piloten mit warmen Worten: "Wir bedanken uns für drei tolle Jahre mit einigen schönen Erfolgen. Heute werden wir wohl noch ein Bier trinken gehen."

Pedrosa gewinnt in MotoGP-Klasse

In der Motorrad-Königsklasse MotoGP hat Dani Pedrosa das 100. Rennen der Serie gewonnen und dem neuen Weltmeister Casey Stoner den elften Saisonsieg verwehrt. Der Spanier setzte sich auf Honda nach einem spannenden Duell mit Stoner (Australien/Ducati) durch und verbuchte seinen zweiten Saisonerfolg nach dem Sieg beim Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring.

Mit dem Triumph in seiner Heimat eroberte Pedrosa auch den zweiten Platz in der WM-Abschlusswertung hinter dem überragenden Stoner (367 Punkte) und vor dem siebenmaligen Weltmeister Valentino Rossi (Italien).

Rossi ging mit seiner Yamaha trotz dreier Knochenbrüche, die er am Samstag im Qualifying in der Hand und im Arm erlitten hatte, an den Start und quälte sich 20 Runden lang, ehe er ausstieg. Er hätte einen Punkt benötigt, um Vize-Weltmeister zu werden, wurde aber von Pedrosa (242:241) überflügelt.