2007.11.08 Neuss : Kälte und Kunstrasen sind Leverkusens Handicap

Minusgrade und der ungewohnte Kunstrasen im Luschniki-Stadion machen Bundesligist Bayer Leverkusen vor dem UEFA-Cup-Spiel bei Spartak Moskau Sorgen. Doch auch der traditionsreiche Gastgeber ist nicht zu unterschätzen.

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Michael Skibbe mit Sorgenfalten

Das zweite Spiel der Gruppenphase des UEFA-Pokals bietet Bundesligist Bayer Leverkusen nicht gerade optimale Rahmenbedingungen. Minusgrade empfingen die Rheinländer bei der Ankunft in Moskau zum heutigen Duell (17.00 Uhr MEZ/live im DSF) gegen den Renommierklub und neunmaligen russischen Meister Spartak. Und auch der ungewohnte Kunstrasenplatz im 84.864 Plätze fassenden Luschniki-Stadion bereitet den Werksfußballern Kopfzerbrechen.

Spartak "wahrscheinlicher stärker als Toulouse"

"Unabhängig von den Rahmenbedingungen ist klar, dass wir auf eine sehr, sehr starke Mannschaft treffen. Sie verfügt über einige gute Brasilianer und sehr gute russische Spieler. Wir stehen vor einer schwierigen Aufgabe", erklärte Sportchef Rudi Völler und zeigt Respekt. Zum Auftakt in den Gruppenspielen hatte es zu Hause ein 1:0 gegen den FC Toulouse gegeben. "Spartak ist wahrscheinlich stärker als Toulouse, und schon in diesem Spiel hatten wir große Probleme. Wir versuchen, einen Punkt zu entführen", meinte der Weltmeister von 1990.

Das 4:0 gegen Arminia Bielefeld in der Bundesliga war zwar wichtig für das Selbstvertrauen, "aber Spartak ist ein anderes Kaliber, da müssen wir mehr investieren, um zu bestehen", so Völler. Zudem spricht gegen die Leverkusener ihre schwarze Auswärtsserie im Europacup. Seit 17 Spielen in fremden Stadien sind sie sieglos, letztmals gelang in der Saison 2002/2003 bei Maccabi Haifa (2:0) ein Auswärtserfolg.

Skibbe: "Platz ist viel stumpfer"

Skibbe sorgt sich allerdings vor allem um den ungewohnten Kunstrasenbelag. In der EM-Qualifikation zog das Fußball-Mutterland England ebenfalls in Luschniki mit 1:2 gegen die russische "Sbornaja"den Kürzeren und klagte hinterher auch über die ungewohnten Bedingungen.

Bayer ist also gewarnt. Am Montag trainierten die Rheinländer in Langenfeld auf einem ähnlichen Untergrund, aber Trainer Michael Skibbe weiß um die Problematik: "Der Platz ist viel stumpfer, man muss viel mehr kombinieren, die Bälle müssen in den Fuß gespielt werden. Aber vielleicht liegt uns dies als technisch guter Mannschaft."

Der Coach muss in der russischen Hauptstadt weiterhin auf Spielmacher Bernd Schneider (Knieprellung), Michal Papadopulos (Muskelfaserriss) und Pirmin Schwegler (Meniskus-Operation) verzichten. Außerdem ließ Skibbe Kapitän Carsten Ramelow ebenfalls zu Hause, um nach dessen Knie-OP kein Risiko einzugehen.

Drei Brasilianer in Reihen der Russen

So ruhen die Hoffnungen unter anderem auf dem 36-jährigen Sergej Barbarez, gegen Bielefeld zweifacher Torschütze und Vorbereiter von zwei Treffern. "Wir müssen uns ziemlich anstrengen, um zu bestehen", sagte der Bosnier, der von dem Testtraining auf Kunstrasen wenig hielt: "Das war ein ganz anderer Belag als in Moskau."

In der Champions-League-Saison 2000/2001 unterlag Bayer bei Spartak schon einmal mit 0:2. Moskaus Trainer ist im Übrigen Ex-Nationaltorhüter Stanislaw Tschertschessow, einst Bundesliga-Profi von Dynamo Dresden, der in Antonio Geder, Mozart und Welliton drei Brasilianer im Team hat. In der Meisterschaft belegt seine Mannschaft mit zwei Punkten Rückstand auf Zenit St. Petersburg den zweiten Platz.