2007.11.11 Neuss : Gummersbach und HSV in der zweiten Gruppenphase

Gummersbach (35:35 gegen Veszprem) und Hamburg (32:32 gegen Moskau) können in der Handball-Champions-League für die 2. Gruppenphase planen. Die SG Flensburg-Handewitt feierte derweil ihren zweiten Sieg.

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Steuerte acht Tore bei: Gummersbachs Robert Gunnarsson

Die Handballer von Vizemeister HSV Hamburg und des zwölfmaligen deutschen Titelträgers VfL Gummersbach sind auf dem Weg in die zweite Gruppenphase der Champions League mit einem blauen Auge davon gekommen. Zwar verpassten beide Klubs am vierten Spieltag jeweils durch Unentschieden den vorzeitigen Gruppensieg, doch der Einzug in die nächste Runde ist ihnen nach Patzern der Konkurrenten nicht mehr zu nehmen.

Zwei Tage nach dem vorzeitigen Weiterkommen von Titelverteidiger THW Kiel ließen der HSV durch ein 32:32 (16:16) gegen Medwedi Moskau und die Gummersbacher durch ein 35:35 (16:20) bei MKB Veszprem erstmals in der Vorrunde Federn. Dennoch führen beide Teams ihre Gruppe jeweils mit 7:1 Zählern an und haben mindestens Platz zwei in ihren Gruppe sicher.

Flensburger Krimi gegen Drammen

Am Sonntag machte der vierte deutsche Klub einen wichtigen Schritt in Richtung Zwischenrunde. Der Bundesliga-Dritte SG Flensburg-Handewitt kam in einem Krimi durch ein 30:28 gegen den norwegischen Vertreter HK Drammen zum zweiten Sieg und verbesserte sich auf Rang zwei in der Gruppe G hinter dem nächsten Gegner Ciudad Real, der bereits in der nächsten Runde steht. Johnny Jensen war mit acht Toren bester Schütze der Flensburger, die ihren Matchwinner in Torwart Dane Sijan hatten. Der Serbe parierte in der zweiten Halbzeit drei Siebenmeter.

Die Spieler des HSV waren trotz der weiter guten Ausgangslage nicht zufrieden. "Unser Ziel war ganz klar, mit einem Sieg den ersten Platz in unserer Gruppe vorzeitig perfekt zu machen. Aber dafür waren wir in diesem Spiel einfach nicht gut genug", sagte Teamkapitän Guillaume Gille, der seiner Mannschaft mit einem Tor in der Schlusssekunde zumindest einen Punkt sicherte. Bester Torschütze war Nationalspieler Pascal Hens mit neun Treffern.

Nicht ganz so kritisch sah Trainer Martin Schwalb den Punktverlust. "Wir waren nicht hundertprozentig konzentriert, aber dafür hat die kämpferische Leistung gestimmt. Nach dem Sieg in Moskau und diesem Remis haben wir drei Punkte gegen starke Russen geholt und der Gruppensieg bleibt greifbar", sagte der Coach der Hanseaten, der sich am Abend über die 23:35-Niederlage von Viborg HK/Dänemark bei STR Saporoschje in der Ukraine freuen durfte.

VfL holte Sieben-Tore-Rückstand auf

Im ersten Durchgang hatten es die Norddeutschen verpasst, einen Vier-Tore-Vorsprung zu verteidigen. Nach einem Unentschieden zur Pause lag man dann in der zweiten Halbzeit sogar zeitweilig mit drei Toren zurück, ehe dank einer Schlussoffensive zumindest noch der Ausgleich gelang. "Wir hätten uns vor der Pause absetzen können, aber am Ende sollten wir zufrieden sein, dass wir immerhin einen Zähler gerettet haben", meinte Schwalb.

Derweil hatte Gummersbach in Veszprem sogar einen zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Rückstand wettgemacht, wobei Robert Gunnarsson und Roman Pungartnik mit je acht Toren maßgeblichen Anteil am Punktgewinn hatten. Trainer Alfred Gislason konnte mit dem Remis denn auch gut leben: "Das war eine sehr starke Mannschaftsleistung. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen. In der ersten Halbzeit haben wir mit etwas zu viel Risiko gespielt, aber in den letzten 20 Minuten haben alle nochmal richtig Gas gegeben." Die Oberbergischen stehen dank der überraschenden Pleite der Slowenen von RK Celje mit 28:29 bei Valur Reykjavik auf Island in der nächsten Runde.

Bereits am Donnerstag hatte Kiel durch einen 40:36-Sieg beim schwedischen Meister Hammarby IF das Ticket für die nächste Runde gelöst. Mit 8:0 Zählern ist der deutsche Meister und amtierende Champions-League-Sieger nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen.