2007.11.12 Neuss : Bayern mit Rekordumsatz von 225,8 Millionen Euro

Rekordmeister FC Bayern München setzt auch in Sachen Umsatz neue Maßstäbe. Auf der Jahreshauptversammlung präsentierte der FCB seine Zahlen - und feierte gleichzeitig die Versöhnung von Hitzfeld und Rummenigge.

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Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge

Ein beeindruckendes Rekordergebnis in der Klub-Bilanz und versöhnliche Worte von Karl-Heinz Rummenigge für Ottmar Hitzfeld - bei Rekordmeister Bayern München war nach den turbulenten Tagen und der jüngsten sportlichen Krise auf der Jahreshauptversammlung die Fußball-Welt wieder in Ordnung, nicht zuletzt auch wegen des Rekordumsatzes von 225,8 Millionen Euro.

Dabei ist Vorstandsboss Rummenigge auf Schmusekurs mit dem zuletzt von ihm selbst kritisierten Trainer Ottmar Hitzfeld gegangen. Er sei "froh und glücklich", dass der FC Bayern den "Freund und Trainer" Hitzfeld habe, sagte Rummenigge in seiner Ansprache an die Klubmitglieder am späten Montagabend: "Ich habe grundsätzlich kein Problem mit Ottmar Hitzfeld."

Rummenigge hatte nach dem 2:2 im UEFA-Cup gegen die Bolton Wanderers die Methoden Hitzfelds scharf kritisiert. Nach dem 1:3 beim VfB Stuttgart am vergangenen Wochenende hatte Rummenigge die Diskussionen um den Trainer abermals angeheizt, als er die Zukunft Hitzfelds bewusst offenließ.

Davon war am Montagabend keine Rede mehr. Offenbar war Rummenigge auch durch das überragende wirtschaftliche Ergebnis des Klubs im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mehr als freundlich gestimmt. Auf der Versammlung im Festsaal der Paulaner-Brauerei am Münchner Nockherberg präsentierten die Bayern erneut eine Umsatzbestmarke von 225,8 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2006/07, mehr als jemals zuvor, und damit auch mehr als jeder andere Klub in Deutschland.

Gewinn nach Steuern bei 18,9 Millionen Euro

"Das sind Zahlen, von denen unsere Konkurrenten - nicht nur in der Bundesliga - nur träumen", sagte Rummenigge. Wohl wahr, als Gewinn nach Steuern wurde mit 18,9 Millionen Euro ebenfalls ein noch nie dagewesenes Ergebnis in der Klubgeschichte erzielt. Und das Eigenkapital von 175,9 Millionen Euro bedeutet auch eine neue Bestmarke.

Damit wurde das Rekordergebnis aus dem Vorjahr in allen Bereichen übertroffen. Der Umsatz steigerte sich auch durch Verpflichtungen der Stars Franck Ribery (25 Millionen Euro) und Luca Toni (11) um 10,6 Prozent, der Gewinn 2005/2006 (4,8) wurde um mehr als das Dreifache gesteigert, und das Eigenkapital betrug im vorangegangenen Geschäftsjahr noch 159 Millionen Euro.

Angesichts der tollen Zahlen war auch der kleine Zwist mit Hitzfeld plötzlich aus der Welt. "Nur ein Mann ist bei uns für Training, Taktik und Aufstellung zuständig: Ottmar Hitzfeld. Es ging und geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern nur um den Erfolg des FC Bayern. Ich reiche Ottmar Hitzfeld symbolisch die Hand", sagte Rummenigge weiter.

Auch Beckenbauer stärkt Hitzfeld den Rücken

Neben dem zweimaligen Vize-Weltmeister hatte auch Präsident Franz Beckenbauer Coach Hitzfeld am Montag den Rücken gestärkt. "Ottmar ist ein großartiger Trainer und genau der Richtige. Ich denke, dass Ottmar sehr gut zu den Bayern passt", sagte der "Kaiser" dem DSF. Die von Rummenigge kritisierte Rotation verteidigte Beckenbauer. Trotz der zuletzt vier Pflichtspiele ohne Sieg sei "noch nichts passiert. Wir sind nach wie vor Tabellenführer."

Rummenigge betonte, dass "wir die Kräfte bündeln und uns in den nächsten zwei Wochen neu ausrichten müssen. Aber ich verspreche Ihnen, dass wir unter dem Tannenbaum die Herbstmeisterschaft feiern werden."