2007.11.12 Neuss : Reiseverbote sollen Gewalt in Italien eindämmen

Italiens Regierung hat auf die schweren Fußball-Krawalle vom Sonntag reagiert und ein Reiseverbot für gewaltbereitete Fans und polizeibekannte Hooligans verhängt. Die Maßnahme betrifft Sonderzüge und Bustransporte.

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Italienische Fußballfans sorgen für Ausschreitungen

Die Welle der Gewalt im italienischen Fußball hat die Regierung zur Verabschiedung zahlreicher Maßnahmen veranlasst. Einen Tag nach den schweren Krawallen als Reaktion auf den Tod eines Fußballfans verhängte das Innenministerium am Montag ein Reiseverbot für gewaltbereitete Fans und polizeibekannte Hooligans. Darüber hinaus wurden die Polizeichefs der jeweiligen Spielort dazu ermächtigt, Spiele kurzfristig abzusagen, bei denen es im Vorfeld außerhalb des Stadions zu Ausschreitungen kommt. Das Reiseverbot betrifft Sonderzüge und Bustransporte, in denen große Gruppen von Fans befördert werden.

Fan-Karte soll stärkere Kontrollen ermöglichen

Ab dem 1. März 2008 müssen Klubs, die über Stadien mit einer Kapazität ab 7500 Zuschauern verfügen, zusätzlich sogenannte Stewards bei Spielen zur Gewährleistung der Sicherheit einsetzen. Die Klubs sollen außerdem eine Fan-Karte einführen, die eine stärkere Kontrolle der Tifosi und der Ultra-Gruppen erlauben soll.

Sportministerin Giovanna Melandri forderte auf der Sitzung mit Vertretern des italienischen Fußball-Verbandes FICG und Regierungsmitgliedern auch eine Absage aller Spiele der Serie A in den kommenden Wochen. Verbandsboss Giancarlo Abete lehnte dies allerdings ab. Ein Stopp der Liga sei "unangebracht und riskant", sagte Abete.

Der nächste Spieltag im italienischen Fußball-Oberhaus ist nach der Länderspielpause am 24. November angesetzt. Es werden in den kommenden Tagen weitere Entscheidungen erwartet. Am Sonntag war der 28 Jahre alte Fan Gabriele Sandri auf einem Autobahn-Rastplatz durch den Schuss aus der Dienstwaffe eines Polizisten zu Tode gekommen. Danach brachen vor allem in der Hauptstadt Rom, aber auch in anderen italienischen Städten Krawalle aus.