2007.11.13 Neuss : Stuck repräsentiert Motorsport-Bereich von VW

Rennfahrer Hans-Joachim Stuck wird künftig für den Motorsport-Bereich von VW arbeiten. "Es wäre schade, wenn ich die große Erfahrung einfach ad acta legen würde", sagte der 56-Jährige.

jbo1
Hans-Joachim Stuck

Hans-Joachim Stuck hat die Seiten gewechselt. Nach 37 Jahren am Steuer wird "Striezel" künftig den Volkswagen-Konzern im Motorsport-Bereich repräsentieren. "Es wäre schade, wenn ich die große Erfahrung einfach ad acta legen würde. Deshalb habe ich das Angebot des VW-Konzerns dankend angenommen, meine Fähigkeiten abseits der Strecke einzubringen", sagte Stuck, der am 1. Januar 57 Jahre alt wird, in einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Der frühere Formel-1-Pilot, Le-Mans-Sieger und DTM-Champion, einer der erfolgreichsten und bekanntesten Rennfahrer Deutschlands, wird im Motorsport zu einem Gesicht des VW-Konzerns und verlässt dafür seinen langjährigen Arbeitgeber BMW, für den er zuletzt als Markenbotschafter tätig war. "Strietzel" wäre bei den Münchnern gerne mehr in die "eigentliche Abteilung Motorsport" eingebunden worden.

Das wird er jetzt auf Wunsch von Konzern-Boss Martin Winterkorn bei den Wolfsburgern. Dort wird er nicht nur für VW selbst tätig sein, sondern auch ein Auge auf die Motorsporteinsätze der Konzernmarken Audi, Seat, Skoda, Bentley, Bugatti und Lamborghini haben.

Stuck: "Gott sei Dank keinen Bürojob"

"Ich werde das Unternehmen in allen Dingen des Motorsports beraten", erklärte Stuck seinen künftigen Arbeitsbereich, der für ihn "Gott sei Dank keinen Bürojob" bedeute: "Mein Tätigkeitsbereich werden weiter die Rennschauplätze dieser Welt sein, ob das die DTM, die Dakar, die Tourenwagen-WM oder die Rallye-Szene ist. Da werde ich mich vornehmlich aufhalten und versuchen, mit meiner Erfahrung den Konzern entsprechend zu beraten, sich in den richtigen Serien zu engagieren." Er berichtet dierekt an Stephan Grühsem, den Leiter Konzern-Kommunikation der Volkswagen AG.

"Mit Hans-Joachim Stuck haben wir einen hervorragenden deutschen Experten für den Motorsport als Repräsentanten für den Volkswagen-Konzern gewinnen können. Nach seinen vielen Erfolgen bei Audi ist es auch so etwas wie eine Heimkehr an die frühere Wirkungsstätte", sagte Grühsem: "Ich bin sicher, seine Erfahrung und Expertise wird den Motorsport bei allen Marken des Konzerns entscheidend voranbringen."

Stuck ergänzt bisheriges Team

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich, der für die Ingolstädter in diesem Jahr die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft und die 24 Stunden von Le Mans gewann, oder VW-Motorsportdirektor Kris Nissen, dessen großes Ziel der Sieg bei der Dakar-Rallye 2008 ist, müssen sich nach Stucks Verpflichtung aber keine Sorgen um ihre Jobs machen.

"Ganz klar, das Tagesgeschäft der einzelnen Herren ist für mich keine Aufgabe. Da werde ich mich auch in keinster Weise einmischen", sagte Stuck, der in seiner Karriere mit Porsche zweimal (1986, 1987) die 24 Stunden von Le Mans und 1985 die Sportwagen-WM gewann und 1990 mit Audi Deutscher Tourenwagen-Meister war: "Ich werde mit Wolfgang Ullrich und Kris Nissen sowie den Verantwortlichen von Seat und Skoda eng zusammenarbeiten. Wir werden gemeinsam Konzepte erstellen, um für den Konzern mit dem größtmöglichen Erfolg tätig zu sein."

Formel 1 laut Stuck kein Thema bei VW

Für die Zukunft habe er "ein ganzes Heft voll Ideen", meinte Stuck. Die "Königsklasse", mit der VW und Audi immer wieder mal in Verbindung gebracht wurden, gehört da aber nicht zu. "Ich kann ganz klar sagen, dass das Thema Formel 1 im VW-Konzern zurzeit kein Thema ist", so Stuck, der selbst zwischen 1974 bis 1979 in der Formel 1 insgesamt 74 Rennen fuhr und dabei als beste Resultate 1977 innerhalb von zwei Wochen in Hockenheim und Zeltweg/Österreich jeweils den dritten Platz holte.

Eins wird der Wechsel in die Führungsebene aber nicht bedeuten: das Ende von Stucks einzigartiger Karriere als Rennfahrer. Das eine oder andere Rennen ("Das kann vom Truck-Rennen bis zur Rallye gehen") will der Sohn des legendären "Bergkönigs" Hans Stuck auch weiterhin fahren.

Fest im Visier hat er - neben der Teilnahme mit Oldtimern bei Klassik-Veranstaltungen - den gemeinsamen Start mit seinen Söhnen Johannes (21) und Ferdinand (16) im Jahr 2009 beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, das er dreimal gewann: "Das werden wir ganz sicher machen."