2007.11.15 Neuss : Jansen und Schweinsteiger fehlen der DFB-Elf

Marcell Jansen wird der deutschen Nationalmannschaft in den EM-Qualifikationsspielen gegen Zypern und Wales nicht zur Verfügung stehen. Auch auf Bastian Schweinsteiger muss die DFB-Elf verzichten.

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Zwangspause für Marcell Jansen

Die deutsche Nationalmannschaft muss in den abschließenden EM-Qualifikationsspielen am Samstag gegen Zypern und vier Tage später gegen Wales neben Bastian Schweinsteiger auch auf Marcell Jansen verzichten. Der Defensivspieler von Bayern München war bei der Trainingseinheit am Donnerstagvormittag nach einer unglücklichen Aktion im Trainingsspiel mit schmerzverzerrtem Gesicht liegengeblieben. Bei einer Kernspintomographie wurden ein Abriss des vorderen Bandes und ein Einriss der Kapsel im rechten Knöchel diagnostiziert.

Jansen trat noch am Donnerstag die Heimreise nach München an. Kurz vor Ende des Trainings hatte er bei einer Flanke den Ball unglücklich an den rechten Fuß bekommen und war umgeknickt, so dass er nicht mehr auftreten konnte. Die DFB-Ärzte bandagierten sofort den Knöchel, anschließend wurde der 22-Jährige zur genaueren Untersuchung ins Krankenhaus gefahren.

Der Münchner war eigentlich ebenso wie sein Vereinskamerad Schweinsteiger, der bereits am Vortag wegen einer Knieverletzung die vorzeitige Heimreise angetreten hatte, für die Anfangformation gegen Zypern am Samstag (20.30 Uhr/live im ZDF) gesetzt.

"Uns fehlen 274 Länderspiele Erfahrung"

Assistenztrainer Hans-Dieter Flick versicherte aber, dass die sportliche Führung trotz der gravierenden Probleme im Mittelfeld nicht jammere. "Unser Mittelfeld fällt komplett aus, uns fehlen 274 Länderspiele Erfahrung", erinnerte er an die verletzten Stammspieler Michael Ballack, Torsten Frings und Bernd Schneider. Dass in dem erstmalig nominierten Jermaine Jones, Jansen und Schweinsteiger drei weitere Mittelfeldkandidaten passen müssen, sei aber eine Chance für andere EM-Kandidaten.

"In Simon Rolfes, Thomas Hitzlsperger und auch Piotr Trochowski haben wir noch ausreichend Kandidaten, die im Mittelfeld spielen können", sagte Flick, der vor allem dem Hamburger Trochowski auf der linken Seite gute Chancen einräumte. In der Zentrale sollen Hitzlsperger als Abräumer vor der Abwehr und Rückkehrer Tim Borowski in zentraler Position die Fäden ziehen. Roberto Hilbert und Clemens Fritz streiten um den Platz auf der rechten Seite.

Löw will Startformation noch nicht nennen

Löw wollte sich auf die Startformation gegen Zypern, das im Hinspiel immerhin ein 1:1 gegen den WM-Dritten ertrotzt hatte, noch nicht festlegen lassen. "Erst nach dem Abschlusstraining am Freitagvormittag werden wir unsere Entscheidungen treffen", kündigte der 47-Jährige an, der immerhin erstmals seit vergangenen Februar wieder auf seine bewährte WM-Abwehrreihe mit Arne Friedrich, Per Mertesacker, Christoph Metzelder und Philipp Lahm zurückgreifen kann. "Das ist sicher ein Vorteil", meinte Flick nach der intensiven Trainingseinheit von Donnerstag, bei der zunächst "Kult-Masseur" Adolf Katzenmeier zu dessen 73. Geburtstag ein Ständchen gebracht wurde, ehe am Ende die Jansen-Verletzung die gute Laune trübte.

"Die vielen englischen Wochen und der tiefe Boden tragen sicherlich auch dazu bei, dass die Verletzungsanfälligkeit bei den Spielern zunimmt", sagte Flick, der letztendlich froh darüber war, "dass wir ursprünglich einen so großen Kader berufen haben." Nach der Absage von Jones sowie den Ausfällen von Schweinsteiger und Jansen stehen immerhin noch 18 Feldspieler zur Verfügung. "Wir sind auf allen Positionen doppelt besetzt. Das ist ein großer Vorteil", sagte Löws rechte Hand.

"Gut, dass wir so viel Auswahl haben"

Dies gilt besonders auch für den Angriff, in dem der erbitterte Kampf um die EM-Fahrkarten noch einmal richtig Fahrt aufnimmt. In Oliver Neuville und Mike Hanke sind immerhin zwei Rückkehrer im Aufgebot, die in den bisherigen Trainingseinheiten nach Aussage von Flick überzeugten. Auch Mario Gomez sitzt den WM-Stürmern Miroslav Klose und Lukas Podolski, die gegen Zypern beginnen werden, im Nacken. "Es ist für uns Trainer gut, dass wir so viel Auswahl haben. Konkurrenz belebt das Geschäft", meinte Flick auch mit Blick auf Patrick Helmes und Stefan Kießling, die diesmal nicht nominiert wurden, und den verletzten Kevin Kuranyi.