2007.11.15 Neuss : Kind will Einstieg von Großinvestoren erleichtern

Der Klubchef von Hannover 96, Martin Kind, hat sich erneut mit Nachdruck für den Einstieg von Großinvestoren bei den Klubs der Bundesliga ausgesprochen. Kind will das Thema bis zum Saisonende vom Tisch haben.

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Klubchef Martin Kind von Hannover 96 will freien Kapitalverkehr

Klubchef Martin Kind von Bundesligist Hannover 96 hat erneut mit Nachdruck für den Einstieg von Großinvestoren bei den Klubs der Bundesliga plädiert und will die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) notfalls sogar mit gerichtlichen Mitteln zur Aufgabe ihrer bisherigen Statuten drängen. Noch vor Weihnachten möchte der Hörgeräte-Unternehmer das Gespräch mit Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball suchen und das Thema bis zum Saisonende vom Tisch haben.

"Vor einem EU-Gericht bekommt man garantiert Recht"

"Wenn wir bis dahin keinen Konsens finden, werden wir das von einem Gericht prüfen lassen", sagte Kind der Neuen Presse Hannover und scheut offenbar auch den Gang nach Brüssel nicht: "Vor einem EU-Gericht bekommt man garantiert Recht, das wird sich immer für den freien Kapitalverkehr entscheiden."

Bisher gilt in der DFL die 50+1-Regel, nach der ein Klub bei einem Einstieg eines Investors die Anteilsmehrheit und die Entscheidungshoheit über die Vereinsgeschicke behalten muss. Kind hält dieses Modell für zu unattraktiv für potenzielle Geldgeber. "Kapitalgeber werden nur einsteigen, wenn sie Einfluss nehmen können", meinte der 63-Jährige und will Hannovers derzeitigen 45-Millionen-Euro-Etat durch derartige Engagements in den kommenden drei Jahren auf 70 Millionen erhöhen.

"Entweder wir stagnieren oder wir nehmen die Herausforderungen der Zukunft an. Klubs, in denen professionell Fußball gespielt wird, sind Witschaftsunternehmen", ergänzte Kind in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung: "Es geht für uns darum, in der Bundesliga Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. Und die großen deutschen Klubs müssen zusehen, dass sie international Schritt halten können."

Sollte sich Kind mit seinen Plänen durchsetzen, strebt er mit seinem Verein im ersten Schritt eine Kapitalerhöhung von zehn Millionen Euro an. Das Geld solle dann vornehmlich aus der Region Hannover kommen.