2007.11.16 Neuss : Sinkewitz muss nur ein Jahr Sperre absitzen

Das Bundessportgericht des BDR hat Radprofi Patrik Sinkewitz mit einer Sperre von nur einem Jahr belegt. Damit profitierte der geständige Dopingsünder nach seinen Enthüllungen von der Kronzeugenregelung.

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Ein Jahr Sperre für Patrik Sinkewitz

Patrik Sinkewitz ist nach seinen Enthüllungen zum Team T-Mobile vom Bundessportgericht des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) mit einer Sperre von nur einem Jahr belegt worden. Damit profitierte der Radprofi von der Kronzeugenregelung. Zusätzlich muss der 27-Jährige aus Fulda eine Geldstrafe von 40.000 Euro zahlen, die der BDR zweckgebunden zur Durchführung zusätzlicher Trainingskontrollen im Radsport durch die Nationale Antidoping-Agentur (Nada) verwendet.

Die Sperre beginnt mit Wirkung vom 16. November 2007. "Auf die verhängte Startsperre wird die von T-Mobile auferlegte Suspendierung angerechnet, so dass die Startsperre am 17. Juli 2008 endet", teilte der BDR weiter mit. Patrik Sinkewitz hat inzwischen erklärt, seine Karriere fortsetzen zu wollen. Noch hat er allerdings keinen neuen Arbeitgeber gefunden.

Diese Suche dürfte sich auch als schwierig gestalten, denn die ProTour-Mannschaften hatten sich auf einen Ehrenkodex verständigt, wonach des Dopings überführte Fahrer zwei weitere Jahre nach Ablauf der Sperre nicht verpflichtet werden dürfen. Diese Vereinbarung ist allerdings freiwillig. Damit bliebe Sinkewitz ab Juli 2008 als Alternative nur ein zweitklassiges Team.

Patrik Sinkewitz war beim Pyrenäen-Training des T-Mobile-Teams am 8. Juni dieses Jahres bei einer unangemeldeten Kontrolle mit einem extrem überhöhten Testosteron-Wert aufgefallen und daraufhin von T-Mobile suspendiert worden. In der A-Probe war ein deutlich zu hoher Testosteron-Epitestosteron-Wert festgestellt worden.

Im Juli hatte Sinkewitz sein Dopingvergehen gestanden und auf die Öffnung der B-Probe verzichtet. Für Aufsehen sorgte er Anfang November mit seinem Geständnis, auch noch während der Tour 2006 mit Unterstützung der inzwischen entlassenen Mannschaftsärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid Eigenblutdoping betrieben zu haben.

Am 13. November stellte die Bonner Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen Sinkewitz ein. Damit drohen ihm wegen seines Doping-Vergehens keine strafrechtlichen Konsequenzen mehr. Ihm wurde aber die Zahlung eines fünfstelligen Betrags zu Gunsten gemeinnütziger Zwecke auferlegt.

"Herr Sinkewitz ist durch den Verlust seines Jobs und anderer finanzieller Einnahmequellen schon ausreichend bestraft. Außerdem hat er sich im Verlauf der Ermittlungen kooperativ und geständig gezeigt sowie in den Vernehmungen wertvolle Aussagen über Dopingpraktiken im Profiradsport gemacht", hieß es in der Begründung von Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel.