2007.11.18 Neuss : Deutscher Rekord reicht Steffen nur zu Platz zwei

Britta Steffen ist beim Kurzbahn-Weltcup in Berlin über 100m Freistil deutschen Rekord geschwommen, aber nur auf Rang zwei gelandet. Auf den Spuren von Michael Groß knackte Paul Biedermann den Rekord über 200m Freistil.

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Britta Steffen mit ihrer Silbermedaille von Berlin

Die DSV-Athleten schwimmen wieder auf der Erfolgswelle. Mit vier Tagessiegen und fünf deutschen Rekorden tankten die Gastgeber beim Heim-Weltcup auf der Kurzbahn in Berlin angeführt von Antje Buschschulte und Britta Steffen Selbstvertrauen für die ganz großen Aufgaben. "In der Vergangenheit war ich eher negativ überrascht. Jetzt bringen meine Schwimmer die Leistungen, die sie bringen müssen", sagte Sportdirektor Örjan Madsen vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) neun Monate vor den Olympischen Spielen in Peking.

Steffen muss sich nur Veldhuis geschlagen geben

Höhepunkt aus deutscher Sicht war das Rekordrennen der angeschlagenen Buschschulte, die sich bereits am Montag an der Schulter operieren lässt. Erst verbesserte die Magdeburgerin, die bei der WM im Frühjahr zu den größten Enttäuschungen im ohnehin schwachen DSV-Team gehörte, über 50m Rücken den Europarekord von Janine Pietsch (Ingolstadt) um sechs Hundertstel auf 26,94 Sekunden und war auch über 200m Rücken in 2:05,92 Minuten das Maß aller Dinge. Am Sonntag drehte Pietsch dann den Spieß um und schlug über 100m Rücken in 58,34 als Erste vor Buschschulte (58,54) an, die sich über 50m Schmetterling beim Sieg von Therese Alshammar (Schweden) mit Platz fünf begnügen musste.

Die vierfache Europameisterin Britta Steffen musste sich über 100m Freistil in 52,17 Sekunden nur der neuen Europarekordlerin Marleen Veldhuis (52,14) geschlagen geben. "Das hatte ich nicht ganz erwartet, mein Fokus liegt auf der DM. Aber ich war ausgeruht und ein Sieg wäre schon geil gewesen", meinte Steffen. Stattdessen humpelte sie am Sonntag mit einem Eisverband durch die Halle - ihr war die Silbermedaille auf den Fuß gefallen.

Biedermann knackt Groß-Rekord

Gleich zwei deutsche Rekorde setzte Paul Biedermann (Halle/Saale) über 400m Freistil (3:38,22 Minuten) sowie die halbe Distanz. In 1:42,39 knackte er den 19 Jahre alten Rekord über 200m von Michael Groß am Sonntag um 75 Hundertstel. "Mein Trainer hat vor dem Rennen auf den Rekord gezeigt und gesagt: "Den machst du heute fertig", berichtete Biedermann. Der nicht einmal zum Top-Team für Peking gehörende Benjamin Madeja sorgte über 200m Brust in 2:10,15 ebenfalls für einen Rekord.

Neben Doppelsiegerin Buschschulte und Pietsch feierte Sarah Poewe (Wuppertal) über 100m Brust wenige Tage vor Beginn der deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Essen (22. bis 25. November) den Weltcup-Sieg.

Brasilianer Pereira mit Weltrekord über 200m Lagen

Die international wertvollsten Zeiten setzten mit Weltrekorden zweimal der Olympia-Vierte Stefan Nystrand aus Schweden über 100m Freistil (45,83 Sekunden) und 50m Freistil (20,93) sowie Veldhuis über 50m Freistil in 23,58 Sekunden. Am Sonntag schwamm der Brasilianer Thiago Pereira mit 1:53,14 Minuten über 200m Lagen ebenfalls Weltrekord.

Bei den Männern hat US-Boy Bal Randall bereits die Prämie von 100.000 Dollar für den Gewinn des Gesamtweltcups sicher. Berlin war die sechste von insgesamt sieben Weltcup-Stationen. Das Finale wird am kommenden Wochenende im brasilianischen Belo Horizonte ausgetragen.