2007.11.18 Neuss : Hülkenberg beeindruckt BMW-Motorsportdirektor

Formel-3-Pilot Nico Hülkenberg hat durch seine Aufholjagd beim Weltfinale in Macau Eindruck hinterlassen. Ein Vertrag als Testfahrer beim Formel-1-Rennstall BMW-Sauber scheint nicht ausgeschlossen.

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Formel-3-Pilot Nico Hülkenberg

Trotz des 16. Platzes beim 25. Formel-3-Weltfinale in Macau hat Rennfahrer Nico Hülkenberg bleibenden Eindruck hinterlassen. Nur einen Tag nach einem schweren Unfall im Qualifikationsrennen überzeugte der 20-Jährige aus Emmerich mit einer beherzten Aufholjagd vom Ende des Feldes. Dies beeindruckte neben seinem Manager Willi Weber vor allem BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen, der für die Saison 2008 noch einen neuen Formel-1-Testfahrer sucht.

"Für mich ist diese Veranstaltung die Beste, um den aktuellen Stand der weltbesten Formel-3-Piloten zu beobachten. Ich sehe vier oder fünf Kandidaten, die ein großes Potenzial besitzen", sagte Theissen in Macau dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Wenn diese dann noch aus unserem Nachwuchsprogramm mit der Formel BMW stammen, können sie sich Hoffnungen auf einen Vertrag als Testfahrer bei BMW-Sauber machen."

Erneuter Start in Formel-3-Euroserie geplant

Dass zu diesen Kandidaten für die Nachfolge des zu Toyota wechselnden Timo Glock (Wersau) auch Hülkenberg befindet, wollte Theissen zwar nicht bestätigen. Hülkenberg hat die von Theissen angesprochene Formel BMW aber 2005 souverän gewonnen. "Wenn Nico oder ich von Herrn Theissen angesprochen werden, würden wir uns sehr freuen", erklärte Weber, der aber Wert darauf legt, dass sein Schützling auch im nächsten Jahr in der Formel-3-Euroserie an den Start gehen und dort um den Titel kämpfen soll.

Am Samstag hatte Hülkenberg in seinem Mercedes-Dallara im Qualifikations-Rennen beim Kampf um Platz sieben einen heftigen Unfall mit dem Brasilianer Bruno Senna, dem Neffen des 1994 tödlich verunglückten dreimaligen Formel-1-Weltmeisters Ayrton Senna, unverletzt überstanden, dabei aber schon seine Chancen auf den prestigeträchtigen Macau-Sieg eingebüßt.

"Ich lag eine halbe Wagenlänge vorn, als mich Bruno laut Datenaufzeichnung bei Tempo 254 am linken Hinterrad berührt hat. Zum Glück bin ich dann durch einen Dreher rückwärts eingeschlagen. Sonst hätte der Unfall böse enden können", sagte Hülkenberg dem sid. Bei Senna wurde im Krankenhaus ein angebrochener linker Daumen diagnostiziert.

Beide Rennwagen wurden beim Aufprall gegen die Streckenbegrenzung schwer beschädigt. Sennas Auto ist sogar ein Totalschaden. Den Sieg in der früheren portugiesischen Kolonie, der zuvor unter anderem für Ayrton Senna, Michael und Ralf Schumacher ein Meilenstein auf dem Weg in die Formel 1 war, holte sich am Sonntag der Brite Oliver Jarvis.