2007.11.21 Neuss : Löw fordert perfekten Jahresabschluss gegen Wales

Joachim Löw will im heutigen Spiel gegen Wales (20.30 Uhr) trotz der bereits erfolgten EM-Qualifikation sein bestes Aufgebot ins Spiel schicken. "Wir spielen gegen Wales voll auf Sieg", sagte der Bundestrainer.

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Bundestrainer Joachim Löw setzt auf Lukas Podolski

Das deutsche Nationalteam will trotz der bereits erreichten EM-Qualifikation einen perfekten Jahresabschluss feiern. "Die Tabelle interessiert mich nicht. Es ist undenkbar, dass wir taktieren. Wir spielen gegen Wales voll auf Sieg", sagte Bundestrainer Joachim Löw vor dem heutigen abschließenden Spiel (20.30 Uhr/live in der ARD) gegen Wales in Frankfurt am Main.

In der Mainmetropole wird wie schon am vergangenen Samstag beim 4:0-Erfolg des WM-Dritten gegen Zypern in Hannover Lukas Podolski in seiner neuen Rolle auflaufen. "Lukas Podolski wird wieder im linken Mittelfeld beginnen. Er ist kein Zentrumstürmer wie Luca Toni. Deshalb ist es eine Variante, ihn im Mittelfeld spielen zu lassen. Er hat gegen Zypern ein sehr starkes Spiel gemacht, das versprechen wir uns auch gegen Wales", meinte Löw.

Podolski mit neuer Position zufrieden

Der Profi vom deutschen Rekordmeister Bayern München hatte gegen die Zyprer auf der linken Außenbahn für mächtig Wirbel gesorgt, drei Treffer eingeleitet sowie ein Tor selbst erzielt. Während Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld seinem Schützling im Verein aber kaum eine Chance auf einen Platz im Mittelfeld einräumt, scheint "Poldi" bei der Nationalmannschaft seine neue Lieblingsposition gefunden zu haben. Nun muss sogar Kumpel und Teamkollege Bastian Schweinsteiger um seinen angestammten Platz im linken Mittelfeld bangen.

"Ich habe mich auf der Position sehr wohl gefühlt. Ich mag es, wenn ich das Spiel vor mir habe und öfter am Ball bin", erklärte Podolski, der gegen Wales sein 44. Länderspiel für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) absolviert. Gegenüber seinem früheren Sturmkollegen Miroslav Klose hatte Podolski bereits nach dem Spiel gegen Zypern bestätigt, dass er sich mit seiner neuen Position gut arrangieren kann: "Nach dem Spiel kam Lukas zu mir und hat gesagt, dass er jetzt endlich seine Position gefunden hat. Ich finde, er hat das sehr gut gemacht."

Aber nicht nur Podolski, auch das übrige Mittelfeld mit Thomas Hitzlsperger, Roberto Hilbert und Tim Borowski will sich gegen die Briten einmal mehr bei Bundestrainer Löw empfehlen. So lange Kapitän Michael Ballack, Bernd Schneider, Torsten Frings und Schweinsteiger verletzungsbedingt fehlen, können die nachrückenden Mittelfeldspieler bei Löw im Kampf um einen der 23 Plätze für die EURO 2008 in Österreich und der Schweiz weiter kräftig punkten.

Ohne Arne Friedrich gegen Wales

"Auch im Mittelfeld hat sich die Qualität und Quantität seit der WM enorm verbessert. Einige Spieler wie Thomas Hitzlsperger und Clemens Fritz haben große Fortschritte gemacht. Es wird einen harten Konkurrenzkampf um die EM-Plätze geben", sagte Löw.

Verzichten wird Löw beim Spiel gegen die Drachen auf Arne Friedrich, der mit Hertha BSC Berlin bereits am Freitag wieder beim Karlsruher SC im Einsatz ist. Aber auch ohne den Rechtsverteidiger will das DFB-Team am letzten Spieltag der EM-Qualifikation die Tabellenführung in der Gruppe D, die man aufgrund des verlorenen direkten Vergleiches an die punktgleichen Tschechen abtreten musste, zurückerobern. "Ich glaube nicht, dass Tschechien auf Zypern gewinnt", sagt Löw und ist fest davon überzeugt, am 2. Dezember als Gruppensieger zur Auslosung der EM-Gruppen nach Luzern zu reisen.