2007.11.22 Neuss : Rupprath malt düsteres Bild für den Schwimmsport

"Nach Peking wird Schwimmen endgültig zur Randsportart", äußert sich Thomas Rupprath zur Zukunft des deutschen Schwimmsports. Die Zeiten von Michael Groß und Franziska van Almsick seien lange vorbei, so der 30-Jährige.

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Rupprath sieht für das Schwimmen schwarz

Nach Aussage des Staffel-Olympiazweiten Thomas Rupprath sieht die Zukunft des deutschen Schwimmens schlecht aus. "Nach Peking wird Schwimmen endgültig zur Randsportart", sagte Rupprath am Rande der Kurzbahn-DM in Essen im Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung (Freitagausgabe). Der 30-Jährige machte die Prognose am dramatischen Schnitt nach den Olympischen Spielen 2008 fest, wenn Teamchef, Bundestrainer und Großteile der Nationalmannschaft aufhören.

"Zeiten von Groß und van Almsick sind vorbei"

"Die Zeiten von Michael Groß und Franziska van Almsick sind ohnehin lange vorbei. Und nach Peking kommt ein dramatischer Schnitt, auf den der Deutsche Schwimm-Verband überhaupt nicht vorbereitet ist", sagte Rupprath.

"In Umfragen über die wichtigsten Sportarten in Deutschland kommt Schwimmen doch schon heute nicht mehr vor. Es gibt keine Idole mehr, keine Reize mehr, für die der Nachwuchs das harte Schwimmtraining auf sich nehmen würde", sagte der Weltrekordler über 50m Rücken.

Rupprath sieht die einzige Chance in einem radikalen Umdenken im Management der Nationalmannschaft: "Wir brauchen einen Oliver Bierhoff für den Schwimmsport. Einen, der aus der Sportart kommt, der sich auskennt und über nationale und internationale Kontakte verfügt. Der sich wirklich um die Schwimmer kümmern kann und der von den Schwimmern ernst genommen wird."

Für die Position schlug Rupprath Christian Keller vor, einen ehemals erfolgreichen Lagenschwimmer, der lange Jahre Aktivensprecher des DSV und Fernsehkommentator war.