2007.11.23 Neuss : DSV-Trainer Madsen: Rupprath "zu pessimistisch"

Cheftrainer Örjan Madsen vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) hat auf die Sorgen von Thomas Rupprath um die Zukunft des Schwimmsports gelassen reagiert. "Die Sensibilität ist da", beschreibt Madsen die Situation beim DSV.

mw
Teilt Ruppraths Sorgen nur bedingt: DSV-Trainer Örjan Madsen

Örjan Madsen hat keine ernsteren Zukunftssorgen um den Schwimmsport. Damit relativiert der Cheftrainer vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV) die düsteren Prognosen von Weltrekordler Thomas Rupprath. "Das ist sicher ganz gut als Weckruf. Aber er sieht das etwas zu pessimistisch", sagte Madsen am Rande der Kurzbahn-DM in Essen. Der Staffel-Olympiazweite Rupprath hatte am Donnerstag in einem Zeitungsinterview die Prognose erstellt, nach Olympia in Peking 2008 werde Schwimmen "endgültig zur Randsportart". Der DSV sei auf den dramatischen Schnitt nach Peking überhaupt nicht vorbereitet.

"Natürlich hören einige auf nach Peking. Aber es sind auch eine ganze Reihe jüngerer da. Und man macht sich Gedanken im DSV, die Sensibilität ist da", sagte Madsen, der aber auch einräumte, der Verband müsse "aufpassen". Der Norweger wird seinen Posten nach den Sommerspielen in China unabhängig vom Abschneiden räumen.

Kontroverse um DM-Übertragung

Zuvor will er seine Athleten zu Medaillen bei Olympia führen. In der Vorbereitung darauf droht den Schwimmern laut Madsen ein Machtkampf mit den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten wegen der Übertragungen von den deutschen Meisterschaften Mitte April in Berlin, die als einzige Olympia-Qualifikation gelten. Dort sollen die Wettkämpfe exakt in der gleichen Reihenfolge wie in Peking durchgeführt werden, was den Vorstellungen der TV-Sender teilweise widerspricht.

"Es ist unabdingbar, dass wir die Laufreihenfolge beibehalten", stellt Madsen klar. Um weiteres Konfliktpotenzial zu vermeiden, verzichtet er allerdings darauf, die Finals wie in Peking am Morgen auszutragen. "Das hätte es für das Fernsehen noch schwieriger gemacht", meint Madsen. Zudem seien die Olympianormen ohnehin schwierig genug zu knacken, so dass seine Schwimmer nicht auch noch zur ungewohnt frühen Zeit ran müssten. In China werden die Endläufe auf Wunsch des US-Fernsehens bereits zur unüblichen Zeit am Morgen ausgetragen.