2007.11.24 Neuss : Erdei hat keine Angst vor "Rakete" Mendoza

Vor seinem WM-Kampf heute in Dresden gegen "Rakete" Tito Mendoza gibt sich Box-Champion Zsolt Erdei selbstbewusst und siegessicher. Im zweiten Kampf des Abends boxt Altstar Virgil Hill gegen Firat Arslan um den Titel.

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Zsolt Erdei will WBO-Weltmeister bleiben

Tito Mendoza aus Panama nennt sich selbst "Rakete", aber auch dieser Spitzname löst bei Zsolt Erdei keine Angst aus. Ungarns unbesiegter Box-Weltmeister geht selbstbewusst und siegessicher in seinen ersten Auftritt in Dresden. Im Rampenlicht der "Champions Night" genannten Doppel-WM der Faustkampf-Profis (heute ab 23.00 Uhr live im ZDF) steht neben dem Duell um den Halbschwergewichts-Titel nach WBO-Version aber auch Oldie Virgil Hill. Acht Monate nach seiner Pleite im Showkampf gegen Henry Maske verteidigt der schon 43-Jährige seinen WBA-Cruisertitel gegen Firat Arslan.

"Ich bin einfach der Bessere", gibt sich der nach 27 Profisiegen zum ungarischen Volkshelden aufgestiegene Zsolt Erdei selbstbewusst. Der nicht eben als Lautsprecher seiner Zunft bekannte "Feuervogel" aus Budapest räumt vor seiner achten Titelverteidigung aber auch ein: "Ich muss unbedingt auf Mendozas Schlagstärke aufpassen."

Mendoza ist kein "Fallobst"

Immerhin hat der Mittelamerikaner 28 seiner 36 Profisiege (sieben Niederlagen) vorzeitig gelandet und gilt keineswegs als willfähriges "Fallobst" für den auch hierzulande mittlerweile populären Erdei. In Mendozas Kampfrekord finden sich einige gute Namen, und der baumlange 31-Jährige wird in der unabhängigen Weltrangliste auf dem guten Platz 27 (Erdei ist Nummer sechs) unter 557 gelisteten Faustkämpfern geführt. Der Reichweiten-Nachteil ist für den 13 Zentimeter kleineren Ungarn "kein Problem. Ich kämpfe meistens gegen größere Boxer und bin bisher immer zurecht gekommen".

Gar nicht zurecht kam Virgil Hill zunächst in Sachsens Landeshauptstadt, obwohl er im luxuriösen Taschenberg-Palais mit Blick auf Elbe, Semperoper und Schloss geradezu fürstlich logiert. "So bin ich noch nie behandelt worden", gab der Champion wütend zu Protokoll und verweigerte die übliche Pressekonferenz, weil er sein Konterfei auf dem Veranstaltungs-Plakat vermisste.

Letzter großer Zahltag für Altstar Hill

Wie flink das "Quecksilber" aus Williston/North Dakota fast auf den Tag genau elf Jahre nach seinem WM-Sieg über Henry Maske und fast zwei Jahre nach dem letztmaligen Gewinn des WBA-Gürtels im Cruisergewicht noch ist, muss Firat Arslan beantworten. Der auch schon 37 Jahre alte Deutsch-Türke aus Rottweil gilt in der WBA als Interims-Weltmeister, weil sich Hill fast zwei Jahre beharrlich weigerte, seinen WM-Titel zu verteidigen und stattdessen lieber am 31. März die Millionen-Gage bei der als Showkampf inszenierten und deutlich verlorenen Revanche gegen Henry Maske einsackte.

In Dresden winkt dem vor zehn Jahren auch von "Tiger" Dariusz Michalczewski besiegten Hill möglicherweise der letzte große Zahltag seiner Karriere. Dagegen steht der auch von Freund und Schwergewichtler Luan Krasniqi beratene Firat Arslan im 32. Profikampf (bisher 27 Siege/18 K.o.) vor der größten und wohl auch einmaligen Chance seiner Laufbahn.