2007.12.02 Neuss : Losglück entscheidet über deutsche EM-Gegner

Heute blickt die Fußball-Welt gebannt in die Schweiz. In Luzern findet die Endrunden-Auslosung zur EURO 2008 statt. Dem DFB-Team droht dabei sogar die "Hammergruppe" mit Italien, Frankreich und den Niederlanden.

janat1
Bei der EM 2004 traf Deutschland in der Gruppenphase auf die Niederlande

Deutschland fürchtet den "worst case": Weltmeister Italien, "Vize" Frankreich und Erzrivale Niederlande. Bei der EURO 2008 könnte der deutschen Nationalmannschaft die "Hammergruppe" schlechthin drohen. Mit entsprechend "großer Spannung" blickt Bundestrainer Joachim Löw der Auslosung am heutigen Sonntag (12.00 Uhr/live im ZDF) im schweizerischen Luzern entgegen, bei der die 16 teilnehmenden Nationen 188 Tage vor Turnier-Start in die vier Vorrunden-Gruppen für die EM-Endrunde in Österreich und der Schweiz (7. bis 29. Juni 2008) aufgeteilt werden.

"Das wird ein tolles Ereignis, auf das wir uns alle sehr freuen. Wir müssen es sowieso nehmen wie es kommt. Ich mache mir da keine großen Gedanken. Wichtig ist nur, dass wir uns danach konkret mit unseren Gegner beschäftigen können", sagte Löw zwei Tage vor der Zeremonie im Kultur- und Kongress-Zentrum im sid-Gespräch gelassen. Ohnehin gebe es "unheimlich viele Möglichkeiten", ergänzte der 47-Jährige: "Und bei einer EM sind alle Teams auf einem unheimlich hohen Niveau. Da gibt es im Gegensatz zu einer WM keine vermeintlich leichten Gegner."

Rumänien, Portugal und Spanien als Gruppengegner ausgeschlossen

Das DFB-Team wird aufgrund seines UEFA-Koeffizienten gemeinsam mit Rumänien, Portugal und Spanien aus Topf drei gelost. Den ersten Topf bilden die Gastgeber Österreich und Schweiz sowie Europameister Griechenland und die Niederlande. Der mögliche Kontrahent aus Topf zwei ist neben Italien noch Kroatien, Tschechien oder Schweden. Aus Topf vier "droht" vor allem Frankreich, darüber hinaus kommen Polen, die Türkei oder Russland in Frage.

Die deutsche Mannschaft wird derzeit als einer der Favoriten auf den Titel gehandelt. Für Löw gibt es jedoch "grundsätzlich keinen ausgesprochenen Favoriten. Die letzte EM hat bewiesen, was alles möglich ist". Eins sei aber schon jetzt klar, so der Bundestrainer: "Nur wenn wir auf einem Top-Level sind, sowohl körperlich als auch mental, können wir unser Ziel erreichen." Immerhin sind bei der EURO 2008 die vier WM-Halbfinalisten von 2006 und außer Dänemark alle bisherigen Europameister dabei.

Löw wird mit seinem Assistenten Hans-Dieter Flick sowie unter anderem mit DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und Teammanager Oliver Bierhoff die Reise nach Luzern antreten. Anschließend will die DFB-Delegation in die konkrete Länderspiel-Planung für 2008 einsteigen. Sicher ist bisher bereits das EM-Quartier, das die DFB-Auswahl in Ascona in der Schweiz aufschlagen wird.

Die Spiele finden in acht Städten statt. Jeweils vier Austragungsorte liegen in Österreich (Wien, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt) und der Schweiz (Basel, Bern, Genf, Zürich). Das Eröffnungsspiel findet am 7. Juni in Basel statt, das Finale ist für 29. Juni in Wien terminiert. Erst zum zweiten Mal in der EM-Geschichte seit 1960 gibt es zwei Veranstalter. Das bisher einzige Mal, das zwei Länder eine EM gemeinsam austrugen, war 2000 in Belgien und den Niederlanden.

Jose Carreras stimmt auf die EURO ein

Ein buntes wie umfangreiches Unterhaltungsprogramm bei der Auslosung im Kultur- und Kongress-Zentrum am Ufer des Vierwaldstätter Sees in Luzern - unter anderem mit dem spanischen Star-Tenor Jose Carreras - soll auf das Event einstimmen. Rund 700 geladene Gäste und 800 Medienvertreter werden bei der Auslosung erwartet. Die Zeremonie, die etwa 920.000 Euro kostet, wird in 138 Länder übertragen, 37 davon senden live. Rund 120 Millionen TV-Zuschauer werden voraussichtlich die Live-Übertragungen verfolgen.