2007.12.04 Neuss : Schiedsgericht übernimmt DLV-Dopingfälle

Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat als erster Sportverband beschlossen, seine Dopingstreitfälle künftig vom Sportschiedsgericht behandeln zu lassen. Die Institution nimmt im kommenden Jahr ihre Arbeit in Köln auf.

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Ein nationales Schiedsgericht übernimmt künftige Dopingfälle

Leichtathletik-Dopingstreitfälle werden ab dem 1. Januar 2008 vom neuen deutschen Sportschiedsgericht behandelt. Das entschied der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) als erster Sportverband. Das Sportschiedsgericht wird im kommenden Jahr seine Arbeit in Köln aufnehmen. Es ist bei der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS) angesiedelt.

"Wir werden unsere Doping-Streitfälle der Kaderathleten künftig an dieses nationale Schiedsgericht geben. Hier werden die Fälle verbandsunabhängig entschieden. Wir hoffen, dass unserem Beispiel möglichst viele andere Sport-Fachverbände folgen", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop nach dem Beschluss, den das Verbandspräsidium auf seiner Sitzung am Wochenende in der Sportschule Kaiserau getroffen hatte.

Er hoffe, das Sportschiedsgericht könne dazu beitragen, "die Sanktionspraxis über die Fachverbände hinaus zu vereinheitlichen", so Prokop, der im Hauptberuf Amtsgerichtsdirektor im bayrischen Kelheim ist.

Schiedsgerichte sichern juristisch die Autonomie des Sports ab und schließen den Rechtsweg über staatliche Gerichte im Rahmen ihrer Zuständigkeit aus. Diese Forderung ist auch im Code der Welt-Antidoping-Agentur WADA festgeschrieben.