2007.12.04 Neuss : Ultras bleiben weiter hinter schwedischen Gardinen

Ein Gericht in Rom hat entschieden, dass zwei italienische Ultras in Untersuchungshaft verbleiben müssen. Den Tifosi wird vorgeworfen, eine Polizeikaserne in der Hauptstadt angegriffen zu haben.

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Ialiens Justiz bleibt hart

Keine Gnade für Gewalttäter: Zwei italienische Fußball-Ultras, die wegen des Angriffs auf eine Polizeikaserne und auf den Sitz des Nationalen Olympischen Komitees von Italien CONI am 11. November in Rom festgenommen worden waren, bleiben in Untersuchungshaft. Dies wurde von einem Gericht in Rom beschlossen.

Der Terrorismus-Vorwurf - dieser hätte das Strafmaß erhöht - wurde indes fallen gelassen. Den Ultras wird Verwüstung, Widerstand gegen die Staatsanwaltschaft und Sachbeschädigung vorgeworfen. Einem dritten Ultras wurde Hausarrest gewährt.

Die Krawalle hatte es nach der Tötung des Lazio-Fans Gabriele Sandri durch den Schuss aus der Dienstwaffe eines Streifenpolizisten auf einer Autobahnraststätte in der Nähe der toskanischen Stadt Arezzo gegeben.

Derweil will der italienische Fußball-Verband verstärkt auf Fairness setzen. Ab Januar 2008 sollen sich die Spieler nach den Begegnungen ihrer Teams die Hände reichen und so gegenseitigen Respekt zum Ausdruck bringen.

Der Fußballverband ließ sich von einer Geste der Profis des AC Florenz inspirieren, die sich am Sonntag nach der 0:2-Niederlage gegen Inter Mailand am Spielertunnel versammelt hatten, um ihren Gegenspielern zum Erfolg zu gratulieren.

Die neue Regelung soll für die Spieler der Serie A und B gelten. Italiens Verband hofft, ein Signal der Versöhnung nach den Gewalttätigkeiten, die vor drei Wochen nach dem Tod eines Anhängers von Lazio Rom ausgebrochen waren, setzen zu können.