2007.12.05 Neuss : Schümann erwägt Klage gegen Alinghi

Jochen Schümann denkt über eine Klage gegen das Schweizer Segel-Syndikat Alinghi nach. Sollte der America's Cup auf das Jahr 2011 verschoben werden, will der Teamchef des Team Germany Regressansprüche geltend machen.

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Jochen Schümann erwägt Alinghi zu verklagen

Die Verschiebung des 33. America's Cup könnte Alinghi teuer zu stehen kommen. Jochen Schümann vom Team Germany erwägt eine Klage gegen sein ehemaliges Schweizer Syndikat, sollte der Wettbewerb erst 2011 ausgetragen werden. "Wir haben bereits Kosten gehabt, um ein Event 2009 vorzubereiten. Und wenn es dieses Event dann gar nicht gibt, müssen die Anwälte prüfen, wer dafür verantwortlich ist und ob es Regressansprüche gibt", sagte Schümann dem Handelsblatt.

Nach einem Rechtsstreit zwischen Titelverteidiger Alinghi und dem US-Syndikat BMW ORACLE Racing über das Regelwerk waren die vor Valencia geplanten Rennen um die älteste Segeltrophäe der Welt Ende November auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Schümann forderte im Disput um die Neuregelungen eine Lösung bis Weihnachten, ansonsten "sehe ich keine Chancen auf ein Rennen 2009. Es wäre das Beste für Alinghi, sich auf diese Vorschläge von BMW ORACLE einzulassen. Die sind vernünftig".

BMW ORACLE würde bei Sieg in Valencia bleiben

Die Schwierigkeiten sieht der Penzberger in erster Linie beim Bau der neuen Bootsklasse. Da nicht klar sei, ob Alinghi sich auf ein "deed of gifts"-Rennen nur mit BMW ORACLE einlassen wird, wie im Regelwerk bei Uneinigkeit vorgesehen, könne man die von beiden Parteien bereits akzeptierten neue Bootsklasse AC90 nicht bauen, einfahren und eine Crew für die neuen Anforderungen fit machen.

Gerüchte, wonach BMW ORACLE bei einem Sieg auf sein Heimrecht für den 34. America's Cup verzichten würde, hat Schümann bestätigt. Auf einem Treffen mit allen Herausforderern am Montag in Valencia hätte die Teamleitung von BMW ORACLE erklärt, dass man bei einem Sieg in Valencia bleiben werde.