2007.12.06 Neuss : Klöden hält Astana die Treue

Der zweimalige Tour-Zweite Andreas Klöden bleibt auch im kommenden Jahr seinem Astana-Rennstall treu. Das teilte der 32 Jahre alte Radprofi auf seiner Homepage mit.

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Andreas Klöden

Andreas Klöden fährt auch in der kommenden Saison für das in zahlreiche Doping-Skandale verwickelte Astana-Team. Wie der 32 Jahre alte Wahlschweizer auf seiner Homepage mitteilte, habe er sich mit dem neuen Teamchef Johan Bruyneel entsprechend geeinigt.

Entschluss nach "langer Überlegung"

Seinen Entschluss habe er "nach langer Überlegung und Gesprächen mit verschiedenen Teams" getroffen, ließ der ehemalige T-Mobile-Fahrer verlauten: "Ausschlaggebend waren vor allem die erstklassige Mannschaft sowie eine erfahrene und kompetente Organisation."

Während Klöden damit im kommenden Jahr unter anderem an der Seite des von Doping-Gerüchten verfolgten Toursiegers Alberto Contador (Spanien) fährt, ist sein ehemaliger Teamkapitän Alexander Winokurow wegen Dopings bis Juli 2008 gesperrt. Die verhältnismäßig milde Strafe, die Verbands-Vize Nikolaj Proskurin am Donnerstag bestätigte, ermöglicht dem 34-Jährigen sogar einen Start bei den Olympischen Spielen im August in Peking.

Winokurow hatte in diesem Jahr bei Astana für den negativen Höhepunkt einer Reihe von Doping-Schlagzeilen gesorgt, als er noch während der Tour des Fremdblut-Dopings überführt worden war. Sein Team hatte ihn daraufhin entlassen und zugleich die komplette Mannschaft inklusive Klöden aus der Rundfahrt zurückgezogen.

Anschließend wurde bei Winokurows kasachischem Landsmann Andrej Kaschetschkin bei einer Trainingskontrolle ebenfalls Fremdblut-Doping nachgewiesen. Im Juni war schon der Nürnberger Matthias Kessler (Testosteron) überführt worden. Zudem laufen in Italien Ermittlungen gegen den inzwischen zurückgetretenen Italiener Eddy Mazzoleni.

UCI erteilt Pro-Tour-Lizenz

Ungeachtet aller Skandale erhielt Astana in dieser Woche die Pro-Tour-Lizenz des Weltverbandes UCI. Unter dem Belgier Bruyneel, der gemeinsam mit Contador und dem Tour-Dritten Levi Leipheimer (USA) vom aufgelösten Discovery-Team zu Astana gewechselt war, fährt die von einem kasachischen Konsortium gesponserte Mannschaft künftig mit einer Luxemburger Lizenz. Bruyneel, der von 1999 bis 2005 den US-Amerikaner Lance Armstrong zu sieben Toursiegen in Folge geführt hatte, ist als Teamchef Nachfolger des Luxemburgers Marc Biver, der bei den Geldgebern in Ungnade gefallen war.

Trotz der Doping-Verdächtigungen, die den Radsport weiter begleiten, sieht Klöden die Zukunft des Teams allerdings weiter rosig: "Durch die kürzlich besiegelte Zusammenarbeit des Teams mit dem renommierten, bereits für CSC tätigen dänischen Mediziner Rasmus Damsgaard ist garantiert, dass Astana für die kommende Saison in Sachen Anti-Doping bestens aufgestellt sein wird", meint der gebürtige Sachse. Die Mannschaft werde demnach "einen seriösen und nachhaltigen Beitrag für eine saubere Zukunft im Radsport leisten".

Als sein oberstes sportliches Ziel sieht Klöden weiterhin die Tour de France: "Wenn meine Form stimmt, fühle ich mich in der Lage, bei der Tour das Podium zu erreichen. Die Vorbereitungen für die bevorstehende Saison laufen bereits auf Hochtouren."